Die europäischen Erdgaspreise surften am Freitag auf ein Siebenmonatshoch. Die niederländischen Front-Monats-Futures von TTF legten um 0,87 Prozent auf 63,93 Euro pro Megawattstunde zu und waren damit so hoch wie zuletzt am 19. März. Die politischen Spannungen im Hormuschluß haben die Flüsse von Flüssigerdgas (LNG) reduziert.
Besatzungsgas-Kontrakte in Großbritannien stiegen auf fünfmonatige Höchststände, was eine mehrwöchige Rallye fortsetzte, die die Benchmarkpreise in der vergangenen Woche um über 7 % erhöht hat. Die Gas-Lieferung nach Termin im kommenden Jahr blieb weiterhin tief unter backwardationsfähig, wobei kurzfristige Vereinbarungen mit deutlichen Rabatten gegenüber späteren Terminen gehandelt wurden – ein Zeichen für eine knappe kurzfristige Nachfrage.
Unter den Analysten wurden vor allem die verlängerte Unterbrechung der LNG-Transporte durch die Hormuschärte, eine kritische Einschrationsstelle für den weltweiten Gashandel, genannt. Traditionell fließen rund 20% der weltweiten LNG-Transporte durch die Schärze, aber die Schiffsbewegungen sind auf einstellige tägliche Werte zurückgegangen angesichts regionaler Spannungen. US-Präsident Donald Trump eskalierte die Rhetorik und kündigte einen "wirtschaftlichen Krieg" gegen Teheran an und drohte mit beispiellosen Sanktionen gegen jedes Land, das Iran finanzielle Unterstützung leistet.
Die europäischen Gasbehälter waren nach Angaben von Gas Infrastructure Europe bei etwa 60 % der Kapazität, und lagen damit rund 17 Prozentpunkte hinter den jahreszeitbedingten Durchschnittswerten der letzten fünf Jahre. Das Defizit unterstreicht die vulnerabilität der Region vor dem Winter, wobei Analysten warnen, dass weitere Störungen die Preisvolatilität verschärfen könnten.
Die Rally folgt auf Wochen mit engeren Balancen auf den europäischen Erdgasmärkten, bei denen die Wiederauffüllung der Speicher hinterherhinkt, obwohl Bemühungen unternommen wurden, die Versorgung ab russischer Herkunft diversifizieren zu lassen.












