Isabel Schnabel, Mitglied des Exekutivrats der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die Institution vorzeitig verlassen, um eine Führungsfunktion beim Internationalen Währungsfond (IWF) zu übernehmen, so das deutsche Handelsblatt, das auf Regierungskreisen zitiert.
Schnabel, der die Marktgeschäfte der EZB lenkt, befindet sich in Verhandlungen, um das Amt des Chefs des Abteilungen für Geld- und Kapitalmärkte des IWF zu übernehmen. Die Stelle ist seit Anfang September вакант, nachdem der damalige Leiter Tobias Adrian das Amt verl аt. Schnabels aktuelle Mandat bei der EZB endet Ende 2027.
Ihr potenzieller Abgang würde eine umfassendere Neuorganisation des ECB-Vorstands beschleunigen, bei der sich bereits mehrere Schlüsselpositionen in einem Zustand der Fluktuation befinden. Der Chefökonomen der EZB, Philip Lane, ist im Mai vorgesehen, seine Rolle aufzugeben, während die Amtszeit von Präsidentin Christine Lagarde im nächsten Oktober endet. Schnabels früherer Abgang würde sie auch aus dem Rennen um das Präsidium der EZB nehmen, eine Position, von der in Berlin angeblich keine starke Unterstützung kam.
Deutschland und Frankreich sitzen im ständigen Sitzungsgremium der EZB und werden voraussichtlich die von Schnabel und Lagarde frei gewordenen Sitze beantragen. Auch Spanien hat sein Interesse daran bekundet, einen Gremiumsplatz zu sichern, was dazu führen könnte, dass die drei Positionen unter den grössten Wirtschaften der Eurozone verteilt werden. Diese Erbbesetzungspläne könnten jedoch gestört werden, wenn der ehemalige Chef der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, die Nachfolge von Lagarde übernimmt, da die Niederlande bereits einen Gremiumsplatz besetzen – ein Szenario, das in der Regel zum Rücktritt des aktuellen Gremiumsmitglieds führt.
Ein Sprecher der EZB lehnte eine Stellungnahme ab. Auch der IWF antwortete nicht auf Anfragen nach einer Bestätigung.













