Die Verschiebung der Europäischen Zentralbank hin zu einer strammerer wirtschaftspolitischen Haltung seit März hat vor allem die Erwartungen für die Realzinsen erhöht und nicht die Anleihezinsen, schrieb UBS in einer Mitteilung an seine Kunden am Mittwoch.
Die Preisbildung auf dem Geldmarkt reflektiert 28 Basispunkte an Zinserhöhungen der EZB bis 2027, was UBS auf die wachsende Überzeugung der Investoren zurückführt, dass die Zentralbank die restriktive Geldpolitik länger anwenden wird. Mustafa Oguz Caylan, Strategieberater bei UBS, betonte, dass die jüngste Auffrischung der langfristigen Zinssätze oft als Kompensation für die Durchhaltefähigkeit von staatsobligationen über lange Zeiträume interpretiert wird, bezweifelte aber, ob dies die Entwicklung völlig erklärt.
Die UBS betonte, dass das Euroraum wenig Anzeichen für einen signifikanten Anstieg des realen Zinsaufschlags zeigt, der in den 10-jährigen Bund-Zinsen verankert ist. Stattdessen wurde der Rückgang der Zinsen durch höhere langfristige Erwartungen getrieben, was die kurzfristigen Zinsen in den kommenden Jahrzehnten betrifft. Die Firma fügte hinzu, dass die wachstumsbedingte Widerstandsfähigkeit im Euroraum ihren Ansicht nach bestätigt, dass die erweiterte Erwartung für 2027 unverändert ist.
Der Strategen unterstrich auch, dass die hawkische Rhetorik der EZB einen Teil des steigenden Drucks auf die Zinsvorstände in der Eurozone aufheben würde, der von den Entwicklungen in den USA ausgeht. UBS sieht die Faltenbildung der Zinskurven als positiv, wenn sich die Ölpreise stabilisieren, hat aber bisher keine Anpassung der Leitlinien vorgenommen, um die Erwartungen einer weiteren Straffung zu dämpfen.












