Die Strateginnen und Strategen von Barclays haben den Investoren empfohlen, ihre Risikokennwerte im September zu senken. Sie führen das auf die saisonale Schwäche, den abnehmenden wirtschaftlichen Dynamik und das erneute Druck aus Zins-und Energie-märkten zurück. Diese Aufforderung kommt, nachdem die Zentralbanken weltweit – darunter die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan – ihren Zinssatzstrategien weiter verschärfen.
Emmanuel Cau, Leiter der europäischen Aktienstrategie bei Barclays, stellte fest, dass eine defensivere Haltung durchaus gerechtfertigt ist, aber der hawkishere Ausblick bereits in den Preis eingearbeitet ist. Er betonte widerstandsfähige Ergebnisse und Wachstum als Hauptstützen für den Aufwärtstrend. "Eine geringere Beta und mehr taktische Absicherungen erscheinen ratsam", so Cau und fügte hinzu, dass die Risiken, die mit Öl verbunden sind, weiterhin hoch bleiben, aufgrund des anhaltenden US-Iran-Konflikts, der die Energiepreise in einer „Gefahrszone“ hält.
Barclays-Ökonomen erwarten zwei weitere Zinsschritte der Fed im Jahr 2026, was der Straffung durch die EZB und die BoJ weltweit entspricht. Trotz der Vorsicht im kurzfristigen Bereich verteidigt die Bank eine konstruktive mittelfristige Sicht auf Aktien, die durch einen Ertragsanstieg bei einem EPS-Wachstum nahe 20 % und Bewertungen, die Aktien gegenüber Schuldtiteln favorisieren, gestützt wird.
Zu den saisonalen Rückwärtswindungen gehören die historisch schwache Performance von September vor den US-Midtermwahlen sowie schwächere Daten zur US-Wirtschaft. Der nachlassende Rückenwind durch die Ergebnisse des zweiten Quartals und die Ausreifung des „artificial intelligence“-Trades – gekennzeichnet durch zunehmende Unterschiede zwischen Gewinn-und Verlierern – unterstreicht zusätzlich die Notwendigkeit der Vorsicht. Barclays hat die Ausnutzung von Sektoren mit hoher Beta wie Baustoffmaterialien verringert und den Anteil der Versicherungsgeschäfte am Markt erhöht und eine konstruktive Haltung gegenüber Investitionen in Industrie, Technologie und Bergbau bewahrt.
Die Flaggschiffstrategie "Tech Titans" der Bank, die über ihre Plattform ProPicks AI verfolgt wird, hat die S&P 500 bei den Erträgen in den letzten 18 Monaten verdoppelt. Zu den bemerkenswerten Holdings gehören Super Micro Computer, das 185 % steigerte, und AppLovin, das um 157 % zugelegt hat.
Die Energie-Märkte bleiben weiterhin im Fokus, und der Preis für Brent-Rohöl lag am 1. September 2026 bei 90,60 US-Dollar per Fass, was einem Rückgang von 4,48 US-Dollar oder 5,2 % gegenüber dem vorherigen Handelstag entspricht.












