Der Investor Stanley Druckenmiller hat den US-Finanzminister Scott Bessent, der die Bemühungen zur Senkung der Zinsen für langfristige Staatsobligationsemissionen überwacht, öffentlich kritisiert und argumentiert, dass Interventionen der Regierung auf den Rentenmarkt zum Scheitern verurteilt sind.
In einer Opinionspublikation des «Wall Street Journal» wiederholte Druckenmiller, der Bessent einst als Mentor hatte, einen Grundsatz, der seine Jahrzehnte als Hedgefondsmanager geprägt hat: Regierungen, die versuchen, die Marktkräfte zu unterschreiten, verlieren unausweichlich. "Regierungen, die versuchen, Preisnachteile gegen die Fundamentaldaten zu bekämpfen, verlieren immer", schrieb er. Der Plan des Finanzministeriums, die Käufe langer Laufzeiten US-Anleihen zu steigern, wird als Versuch angesehen, die Zinsen zu senken und dadurch die Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte zu reduzieren.
Die Debatte steht in Einklang mit dem starken Anstieg der Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen, die auf Niveaus geklettert sind, die seit fast 20 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Dieser Anstieg spiegelt die Nachfrage von Anlegern nach einer höheren Entschädigung für langfristige Verbindlichkeiten wider, angesichts der Sorgen über den steigenden US-Staatsschuld, die die 40 Billionen US-Dollar bereits überschritten hat. Die Strategie des Finanzministeriums birgt das Risiko, Marktsignale zu verzerren, die den tatsächlichen Kosten des öffentlichen Kredits widerspiegeln, argumentierte Druckenmiller.
Druckenmiller, Gründer des Duquesne Family Office, stellte den Ansatz des Finanzministeriums gegen die traditionellen Massnahmen der Fed gegenüber, wie z. B. Twist-Operationen, die während Krisen üblich eingesetzt werden. Er betonte, dass die langfristigen US-Staatsanleihenrenditen als wichtiges Marktzeichen fungieren und für die US-Regierung als "einzig verbleibendes Instrument der fiskalischen Disziplin" dienen.
Kritiker stellen die Wirksamkeit des Finanzministeriums Plans in Frage und bemerken, dass zwar in der Zeit die Kreditzinsen gesenkt werden könnten, aber das strukturelle Haushaltsungsgleichgewicht nicht angegangen wird. Analysten bei TD Securities und Macquarie Group begrüssten Druckenmillers Skepsis und warnten vor den unerwünschten Folgen einer künstlichen Unterdrückung der Renditen, z. B. durch eine Verschlechterung der Währung.
Das Treasury-Portfolio weiterer Anstrengungen zur Einflussnahme auf die Märkte reicht über die Anleiherenditen hinaus. Bessent hat auch die erste US-Wirtschaftsintervention auf dem japanischen Yen seit drei Jahrzehnten koordiniert und so genannte Zinskontrollen eingesetzt, um Währungshandelsparteien zu Druck auszuüben. Diese Schritte unterstreichen den Fokus der Verwaltung auf die Steuerung der finanziellen Bedingungen, damit sie den Wirtschaftswachstum unterstützen, obwohl sie das Vertrauen der Investoren in preisgestützte Marktkräfte riskieren untergraben.













