Die größten Automobilhersteller Detroits haben gewarnt, dass vorgeschlagene Änderungen an dem U.S.-Mexico-Canada Agreement (USMCA) Milliarden von Dollar zusätzliche Kosten und Störungen der nordamerikanischen Lieferketten nach sich ziehen könnten.
Ford Motor Co., General Motors Co. und Stellantis NV haben ihre Bedenken gegenüber US-amerikanischen und kanadischen Behörden geäußert, die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Änderungen an dem Handelspakt, der fast 1,2 Billionen Dollar jährlich an grenzüberschreitendem Handel regelt, betreffend. Die Unternehmen argumentieren, dass strengere Regeln für Arbeitsinhalte, höhere regionale Wertschwellen und neue Umweltstandards die Produktionskosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit verringern könnten.
Das USMCA, das 2020 die North American Free Trade Agreement (NAFTA) ersetzte, erfordert derzeit, dass 75 % der Komponenten eines Fahrzeugs in Nordamerika hergestellt werden, um auf Nullzoll zu gelangen. Die Biden-Administration hat angekündigt, diese Schwelle auf 80 % zu erhöhen, als Teil der laufenden Überprüfungen des Abkommens. Automobilhersteller behaupten, dass eine solche Maßnahme sie zwingen würde, teurere Materialien oder Komponenten inländisch zu beschaffen, was die Kosten in einer Zeit erhöhen würde, in der sie bereits mit hohen Zinsen und steigenden Arbeitskosten zu kämpfen haben.
Stellantis, das Mutterunternehmen von Chrysler und Jeep, hat geschätzt, dass die vorgeschlagenen Änderungen bis zu 5 Milliarden Dollar jährlich über seine nordamerikanischen Betriebe hinweg hinzufügen könnten. Ford hat potenzielle Kostensteigerungen in den Milliarden angegeben, während GM keine spezifischen Zahlen genannt hat, aber gewarnt hat, dass sie erhebliche finanzielle Belastungen bedeuten könnten. Branchenanalysten schlagen vor, dass der kumulative Effekt die Gewinnmargen der Detroit Three um 2 % bis 5 % erodieren könnte, je nach den endgültigen Bedingungen des überarbeiteten Abkommens.
Die Bedenken der Automobilhersteller kommen, als das Büro des US-amerikanischen Handelsvertreters vorbereitet, eine öffentliche Konsultation über die vorgeschlagenen Änderungen später diesen Monat zu starten. Die Überprüfung soll die Machbarkeit der Änderungen bewerten, bevor formelle Verhandlungen mit Mexiko und Kanada beginnen. Branchenverbände, einschließlich der Alliance for Automotive Innovation, haben die Politiker aufgefordert, die Notwendigkeit strengerer Handelsregeln mit den wirtschaftlichen Realitäten der Hersteller in Einklang zu bringen.
Ein Sprecher von Ford hat sich auf die geschätzten finanziellen Auswirkungen nicht geäußert, aber die Verpflichtung des Unternehmens bekräftet, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die Änderungen die Wettbewerbsfähigkeit der nordamerikanischen Automobilproduktion nicht untergraben.



