Der DAX schloss am Mittwoch 0,1% höher bei 26.285,96 Punkten. Er verglich frühere Gewinne, da sich die Ölpreise von ihren mittwochsprünglichen Verlusten etwas erholten und die Inflationssorgen abnahmen. Der Index bleibt in Reichweite seines Rekordtageshochs von 26.574 Punkten, das im Juli notiert wurde.
Unterstützung erhielt der Markt von Anzeichen einer Verbesserung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft, obwohl die Gewinne durch ein spätes Ausbruchsverhalten bei den Brent-Rohölpreisen und Verluste im SAP, dem grössten Gewichtsanteil des DAX, begrenzt wurden. Der Euro Stoxx 50 legte moderat zu, während der FTSE 100 in London leicht zurückfiel. Die US-Benchmarks zeigten eine gemischte Performance, wobei der Dow Jones Industrial Average moderat höher und der Nasdaq 100 leicht niedriger notierte.
Der U.S.-Personalverbrauchspreisindex (PCE) für Juli stieg stärker als erwartet, ein von der Fed begünstigter Inflationsindikator, der von Anlegern genau beachtet wird. Die Daten hatten jedoch nur geringen unmittelbaren Einfluss auf die europäischen Märkte, da sich Händler auf die kommenden Quartalsergebnisse von Nvidia konzentrierten, deren Ergebnisse die Nachfrage nach KI-Chips und das Tempo der Infrastruktur-Investitionen in diesem Sektor bestätigen sollten. Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets, sagte, dass die Studie als „Health Check“ für den KI-Boom dienen werde, in dem Anleger prüfen, ob die Nachfrage weiterhin stark ist und ob die Ausgaben für KI-Infrastruktur weiterhin auf hohem Niveau liegen.
Die SAP-Aktien gaben um fast 3 % nach, nachdem UBS ihre Kaufempfehlung zurückgezogen hat und Bedenken hinsichtlich der Bewertung angibt. Der Analyst Michael Briest beibehält seine neutrale Einschätzung und macht darauf aufmerksam, dass SAP zwar relativ günstig erscheint, das Investorenklima jedoch nach wie vor ungesund ist. Die Deutsche Bank stieg um mehr als 4 %, das war der stärkste Anstieg unter den DAX-Bestandteilen, nachdem Isabel Schnabel, Mitglied des Verwaltungsrats der Europäischen Zentralbank, Unterstützung für höhere Zinssätze signalisiert hatte, um die Inflationsrisiken zu begrenzen. Höhere Zinsen nützen Banken in der Regel, da sie die Gewinnmargen aus Zinsen positiv beeinflussen. Auch die Landesbank Baden-Württemberg betonte die guten Resultate und das günstige operative Umfeld der Deutsche Bank im 2. Quartal.
Heidelberg Materials führte mit einem Kursanstieg von mehr als 5 % den DAX an. Darauf folgte Qiagen, das 1,7 % zulegte, nachdem berichtet wurde, dass die Private-Equity-Firmen EQT und KKR in Gesprächen darüber befinden, das Diagnostikunternehmen zu einem Preis von 50 USD je Aktie zu erwerben. E.ON gewann 1,5 %, nachdem Berenberg das Energieunternehmen von „Hold“ auf „Buy“ повысило und als Gründe dafür attraktive Einstiegsniveaus sowie das Wachstumspotenzial im deutschen Stromnetz nannte.
Im MDax stiegen die Stahlunternehmen Thyssenkrupp und Salzgitter, da der gesamte Metallsektor an Kraft gewann. Die Analysten stellten fest, dass chinesische Stahlproduzenten unter dem Druck hoher Rohstoffkosten und einer schwachen Nachfrage im Inlandsmarkt stehen, was die weltweite Lieferungsdynamik in Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und Handelsbeschränkungen beeinträchtigen könnte. Die Europäische Union hat anti-dumping-Zölle auf chinesische Stahlimporte verhängt, und US-Präsident Donald Trump hat zusätzliche Strafzölle auf kanadischen Stahl angekündigt.












