Ein Cyberangriff auf Micro-Comm, einen kleinen Anbieter von Technologien für Wasserversorgung mit Sitz in Olathe im US-Bundesstaat Kansas, hat die Aufmerksamkeit der FBI erregt, da es in einen breiteren Zusammenhang mit Cyberbedrohungen im Zusammenhang mit dem Iran für die amerikanischen Wassersysteme eingeht. Die Ransomware-Gruppe Barracuda übernahm die Verantwortung für die Datenbrechschutz und veröffentlichte am 6. August fast 850.000 Unternehmensdokumente mit insgesamt 644 Gigabyte an Daten im Internet. Micro-Comm entdeckte den Vorfall am 31. Juli und informierte am 8. August die Kunden und behauptete, dass der Angriff mit begrenztem Malware und verschlüsselten sensiblen Informationen einherging.
Die Bundesbehörden untersuchten seither die Sicherheitsverletzung, wobei das Büro von FBI im Bundesstaat Kansas und die Agentur für Cybersicherheit und Infrastruktur (CISA) die Ausmaße der Eindringung bewerteten. Jim Cote, Mitinhaber von Micro-Comm, betonte, dass die freigegebenen Daten keine sensiblen Anmeldeinformationen oder Details zur Fernzugriffsberechtigung für die Geräte enthielten, die von Kunden gespeichert werden. Das Unternehmen betonte auch, dass die Sicherheitsverletzung nicht mit jüngsten Berichten über Angriffe auf Wassersysteme zusammenhängt.
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund der verstärkten Cyberbedrohungen, die kritische Infrastruktur ins Visier nehmen. Am 30. Juli veröffentlichten das FBI und die CISA eine gemeinsame Warnung vor Hackern, die programmierbare Logiksteuergeräte (PLCs) von Rockwell Automation, Schneider Electric und Siemens in Staaten wie Minnesota angreifen. Die CISA wies später am 19. August darauf hin, dass Angreifer Künstliche Intelligenz einsetzen, um Angriffe auf Siemens-Geräte zu erleichtern. Der Cybersecurity-Forscher Tom Hegel von SentinelOne warnte, dass die durchgesickerten Daten zwar zunächst keine Auswirkungen auf die Betriebsanlagen haben, aber langfristig nützliche Informationen für böswillige Akteure liefern könnten.
Censys, ein Unternehmen für die Überwachung des Internets, meldete, dass ungefähr 200 von Micro-Comms SCADAview CSX-Systemen, die in den USA Anwendung finden, online zugänglich waren, obwohl das Unternehmen nicht bestätigte, ob diese direkt in dem Angriff genutzt wurden. Die FBI beschrieb den Angriff als einen opportunistischen Vorfall, der nicht speziell auf Micro-Comm ausgerichtet war, was in Einklang mit allgemeinem Bedauern über von Staaten gesponserte Cyberkämpfe steht.












