Die Goldkäufe der Zentralbank in Höhe von fast 300 Tonnen im 2. Quartal haben dem Edelmetall trotz eines Preisverlusts von 25% seit Januar strukturelle Unterstützung geboten, so Andreas Schranz, CIO bei Tramondo. Die Käufe entsprechen einer langfristigen Diversifizierungsstrategie und nicht opportunistischem Handeln, indem sie die Abhängigkeit von traditionellen Reserven vermindern.
Der Goldmarkt sucht nach wie vor ein neues Gleichgewicht, nachdem die jüngste Korrektur stattgefunden hat. Die Positionierung der Anleger und technische Faktoren dürften weiterhin eine erhöhte Volatilität auslösen. Schranz geht nicht davon aus, dass sich eine sofortige V-Formige Erholung abzeichnet. Allerdings bleibt die Rolle des Metalls als Portfolio-Diversifikator aus strategischer Sicht erhalten.
Der Halbleitersektor erlebte im Juli eine scharfe Korrektur: Intel fiel um 38 % und Lam Research um 33,1 %, während Nvidia dem Trend entgegensprudelte. Schranz führt den Rückgang vor allem auf eine "Sell the News"-Reaktion nach Microns aussergewöhnlichen Ergebnissen im 2. Quartal zurück, die bereits eingepreiste Vorhersagen bestätigten. Ähnliche Muster zeigten sich nach den starken Ergebnissen von Nvidia, wo eine hohe Positionierung und überhöhte Bewertungen zu Gewinnrealisierung führten. Der strukturelle Investitionszyklus für KI ist weiterhin intakt, jedoch benötigte der Markt eine Pause nach bedeutenden Zugewinnen.
Die im Juli durchgeführten Kursänderungen der Fed, die die Zinssätze unangepasst und ohne klare zukünftige Vorgaben belassen haben, haben zu einer neutralen Haltung gegenüber Anleihen geführt. Schranz bemerkt, dass die Fed vor einer ungewöhnlichen Kombination aus robustem Wachstum und moderierter Inflation steht, die durch geopolitische und energierelevante Risiken erschwert wird. Diese Unsicherheit begrenzt den Wirkungsspektrum für grosse Terminkäufe, da langfristige Positionen vorzuziehen sind, wenn Risiken und Renditen ausgewogener erscheinen.
Europa bleibt nach Tramondos Ausweisung „untergewichtet“, was eine „Show-me-Story“ ist, die konkrete Beweise für ein Umsatzwachstum erfordert. Während die makroökonomischen Bedingungen Anzeichen einer Stabilisierung zeigen, bestehen strukturelle Herausforderungen wie eine schwächeren Produktivität und eine begrenzte Ausrichtung auf Investitionszyklen im Bereich künstlicher Intelligenz. Ein Verschiebung der Positionierung würde nachhaltige Verbesserungen in den Umsatzprognosen, in den Unternehmensinvestitionen und in den fiskalischen Impulse erfordern, die sich in Wachstum im privaten Sektor widerspiegeln.
Die US-Aktien bieten auch weiterhin eine überzeugendere Kombination aus Wachstum, Ertragsstärke und strukturellen Anlagechancen, insbesondere in Bereichen, die mit KI verbunden sind. Die sich ausdehnende Teilnahme am Auf schwung – von den Mega-Kapitel des Technologiebereiches bis hin zu Industrieunternehmen, Energie, Finanzsektoren und Kleinunternehmen – ist Ausdruck eines stärkeren, dahinter liegenden wirtschaftlichen Aufschwungs und der weitaus grösseren wirtschaftlichen Auswirkungen von Ausgaben für KI-Infrastruktur.
Für die Zukunft wird Schranz sich auf drei Schlüsselfaktoren konzentrieren: die Nachhaltigkeit der US-Disinflation, Gewinnrevisionen in Verbindung mit Investitionskreisen im Bereich der künstlichen Intelligenz und geopolitische Risiken, insbesondere rund um den Hormus-Pass, die die Energiemärkte und die Inflationserwartungen beeinträchtigen könnten.













