Laut Agroconsult wird die Anbaufläche für Soja in Brasilien im Zyklus 2026/27 praktisch unverändert bei 49,2 Millionen Hektar bleiben, da strenge Kreditbedingungen, erhöhte Schuldenstände und ein schrumpfender Gewinnmargen die Ausweitung verhindern.
Die Prognose, die am Dienstag auf einem Kongress im Bereich der Düngemittelindustrie in São Paulo vorgestellt wurde, impliziert einen geringen Anstieg von 49,1 Millionen Hektar im Jahr 2025/26. Die Margen für Sojabohnen für typische Produzenten in Médio-Norte de Mato Grosso werden für das Jahr 2026/27 auf 1.325 Reais pro Hektar geschätzt, ein Rückgang von 2.262 Reais im derzeitigen Zyklus und 3.200 Reais im Jahr 2024/25. Während der El Niño-Saison 2023/24 sanken die Margen auf 754 Reais pro Hektar.
Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA wird von 2,1-Fachen im Jahr 2025/26 auf 2,8-Fachen im Jahr 2026/27 prognostiziert, was auf den höheren Schulfaktor unter eingeschränkter Finanzierungsmöglichkeit zurückzuführen ist. André Pessôa, Präsident von Agroconsult, bezeichnete die Kreditbedingungen als die wichtigste Einschränkung für das Jahr 2027 und bemerkte, dass die brasilianische Zinssituation mit produktiver landwirtschaftlicher Tätigkeit unvereinbar ist.
Die Düngemarkplätze verengen sich ebenfalls, wobei der brasilianische Gesamtverbrauch von 49 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf mindestens 45 Millionen Tonnen im Jahr 2026 sinken wird. Die Importe werden von 43,3 Millionen Tonnen im Vorjahr auf 38,4 Millionen Tonnen projiziert, was zum Teil auf Störungen zurückzuführen ist, die mit den geopolitischen Spannungen im Iran in Verbindung stehen.
Die Corn-Erntfläche wird prognostiziert, bis 2026/27 um 700.000 Hektar auf 23,3 Millionen Hektar zu wachsen, angetrieben durch die Erweiterung des zweiten Erntezyklus. Die Baumwollfläche wird voraussichtlich von 2,08 Millionen Hektar auf 2,22 Millionen Hektar steigen.
Während sich die Rohstoffpreise stabilisiert haben und Anzeichen einer Erholung für 2027 zeigen, warnte Pessôa davor, dass Bauern möglicherweise nicht vollständig profitieren können, da eine vorausschauende Kommerzialisierung erforderlich ist. Ein tatsächlich sinnvoller Preisanstieg ist erst für den Erntezyklus 2027/28 zu erwarten. Die Wetterrisiken bestehen trotz divergierender El Niño-Prognosen und erhöhen die Unsicherheit bei Entscheidungen zur Aussaat.
Pessôa erklärte, dass Brasilien gewohnt sei, einen jährlichen Anstieg der Sojaflächen von 500 000 bis 1,5 Millionen Hektar zu erleben, aber für 2026/27 keine Ausweitung erwartet. Er beschrieb die Aussichten als eine Wiederholung der Pflanzenfläche des Vorjahres.












