Der brasilianische Industriepreisindex IPCA-15 soll im August um 0,31 % sinken, eine deutliche Kurskorrektur im Vergleich zum Juli, als ein temporärer Elektrizitätsrabatt der Wasserkraftanlage Itaipu den breiteren Preisdruck ausgleicht.
Die Mitte der Schätzungen der Reuters-Umfrage entspricht der Prognose und spricht von einer leicht negativen Änderung von 0,30%. Über die 12 Monate bis zum August wird der Index gemäss ASA und Banco Daycoval von 4,52 % im Juli auf 4,34 % zurückgehen.
Der Anteil der Wohnenergie ging im August um 6,51 % zurück und trug circa 0,27 Prozentpunkte zur gesamten Deflation bei. Die Gruppe „Immobilien“, zu der auch die Energie gehört, sank um 1,57 % nach einem Anstieg von 0,97 % im Juli. Die regulierten Preise sanken insgesamt um 1,11 %, gegenüber einem Anstieg von 0,37 % im Vormonat.
Die Flugticketpreise sanken um 6,00 % nach einem Anstieg von 11,70 % im Juli, während die Benzinpreise um 0,80 % fielen. Die Lebensmittelpreise blieben in Deflation bei 0,39 %, nach einem Abschwächern von 0,66 % im Juli, da die Preise für Lebensmittelprodukte geringer wurden.
Die Dienstleistungsinflation verringerte sich von 0,39% im Juli auf 0,14%, obwohl die unterjächlichen Dienstleistungen um 0,32% zulegten. Der 12-monatige Kernrate ging auf 4,84% zurück. Produkte mit hoher Arbeitsintensität stiegen um 0,47%, während die Durchschnittswerte der Kernindikatoren für den Monat auf 0,21% und für 12 Monate auf 4,23% geschätzt wurden.
Produktionsgüter sollten 0,16 % steigen, wobei der Aufwärtstreff von Hygieneprodukten und Reinigungsmitteln durch Rückgänge bei Ethanol, Kraftfahrzeugen und Bekleidung ausgeglichen werden. Als Haupttriebkraft für die Deflation im August wird der Itaipu-Bonus – ein temporärer Rabatt – genannt. Diese Wirkung wird im September wieder abklingen.
Banco Daycoval legte seine Inflationsprognose bis Ende 2026 bei 5,0 % fest, was über der vom Zentralbankpräsidenten festgelegten Inflationsziele von 4,5 % liegt. Grund dafür seien Risiken durch einen möglicherweise starken El Niño in der zweiten Hälfte des Jahres. Die Analysten stellten fest, dass die Inflationsrate im August weitestgehend mild ausfiel, aber eine anhaltende Dienstleistungsinflation eine kontinuierliche Überwachung durch die Entscheidungsträger erforderlich mache.













