Die Preise für Lithiumcarbonat stiegen in dieser Woche um mehr als 5%, UBS aber senkte die Bewertungen der wichtigsten australischen Lithiumproduzenten aufgrund von Wertpapierrisiken. Dennoch führte die gleiche Preisbewegung bei chinesischen Lithiumproduzenten zu einem Gewinnplus von mehreren Zehennummern und deutet auf eine strukturelle Spaltung im Lithiumhandel hin.
Kinesische Unternehmen meldeten im ersten Halbjahr Gewinne vor Zinsen, Steueren und Abschreibungen von über 1.100% im Vergleich zum Vorjahr bei einer Firma, 220% bei einer anderen, 795% bei einer dritten und 138% bei einer vierten. Die Steigerung befand sich zeitlich parallel zur Entscheidung von UBS, die Rating und die Kursziele für australische Bergbaufirmen wie Pilbara Minerals, Liontown Resources und Core Lithium zu senken. Die Analyse deutet darauf hin, dass die Abweichung auf Unterschiede in der Wertschöpfungskette und der Eigentumsstruktur bei der Verarbeitungskapazität zurückzuführen ist.
Australische Bergbaufirmen exportieren hauptsächlich Rohspodumen oder Salzkonzentrat und erlangen Gewinne in einem einzigen Schritt, während chinesische Produzenten oft vertikal nach unten integriert sind in Batteriematerialien, Kathoditeilnehmern und Separatorfolien. Diese vertikale Integration ermöglicht es ihnen, Preisbewegungen über mehrere Stufen der Wertschöpfungskette zu monetarisieren, während australische Unternehmen unter Margin-Druck durch steigende Inputkosten leiden.
Die Dominanz Chinas auf dem Gebiet der Raffination und Verarbeitung verstärkt diese Ungleichheit. Das Land kontrolliert die Midstream-Kapazitäten, die Roh-Lithium in Materialien für akkumulatorkompatible Anwendungen umwandeln, was bedeutet, dass chinesische Produzenten unverhältnismässig von Preissteigerungen des Lithiums profitieren. Die Analyse weist darauf hin, dass der Preis der Rohstoffe alleine nicht die Wirtschaftlichkeit bestimmt – es ist die Besitzstruktur im Midstream, die darüber entscheidet, wer den Wert sichert.
Die institutionellen Positionen in dieser Woche spiegelten den Konflikt wieder. BlackRock erhöhte seinen Anteil an den Hongkonger Aktien von Ganfeng Lithium von 7,37% auf 8,28%, während JPMorgan seine Position in Tianqi Lithium von 10,18% auf 11,17% erhöhte. Die Massnahmen wurden bewusst getätigt, als UBS Investoren vor australischen Minenwerten warnte und damit zwei unterschiedliche institutionelle Ansichten darüber zum Ausdruck brachte, wo der operative Hebel im derzeitigen Lithiumzyklus liegt.
Die Transparenz der Offenlegungen an den Börsen in Hongkong, die die Meldung von Stimmanteilen über 5% mit minimalem Leerlauf erfordern, bietet nahezu Echtzeit-Transparenz über die Flussbewegungen der Fonds. Die Analyse rät, zukünftige Offenlegungen zu beobachten: Wenn BlackRock und JPMorgan ihre Positionen selbst nach der Ergebniskassenperiode weiter ausbauen, kann dies eher ein dauerhaftes Neupreisen der Marge-Struktur von Lithium signalisieren als eine kurzfristige Anomalie.
Die Analyse stellt keine Anlageberatung dar und basiert ausschliesslich auf offenlegten Daten und veröffentlichten Finanzzahlen. Sie weist auf die Risiken hin, australische und chinesische Lithiumproduzenten als austauschbare Unternehmen zu behandeln, obwohl sie dem gleichen Rohstoff-Symbol unterliegen.













