Bernstein Research senkte am Freitag den Schweizer Industriekonzern ABB Ltd. auf 'Neutral' von 'Outperform' an, da die Perspektiven für die Automatisierung und Elektrifizierungssektoren zunehmend gemischt sind. Dies liegt an der anhaltenden globalen Nachfrageunsicherheit und den intensivierten wettbewerbsbedingten Drücken.
Die Forschungsfirma hielt ihr Preisziel bei 70 Schweizer Franken pro Aktie fest, ein Niveau, das sie im Mai 2024 zuerst festgelegt hatte. Bernstein-Analysten räumten ABB eine starke Position in der industriellen Automatisierung und Robotik ein, hoben jedoch Risiken aus der langsamer als erwarteten Investitionstätigkeit in Schlüsselmärkten, insbesondere in Europa und China, hervor.
Die Senkung folgt einer Periode der Volatilität für ABB-Aktien, die in den letzten 12 Monaten zwischen 45 und 65 CHF gehandelt haben. Das Unternehmen verfügt über ein robustes Auftragsvolumen, aber Bernstein warnte vor begrenzter Sichtbarkeit auf zukünftige Nachfrage aufgrund makroökonomischer Hürden, einschließlich erhöhter Zinssätze und geopolitischer Spannungen.
ABB, mit Sitz in Zürich, meldete am 18. Juli zweistellige Ergebnisse, bei denen die angepasste Nettogewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar um 5% gegenüber dem Vorjahr sank. Die Umsätze sanken um 3% auf 8,1 Milliarden US-Dollar, was schwächerer Nachfrage in der diskreten Automatisierung und Bewegungsbereiche widerspiegelte. Das Unternehmen wiederholte seine Vorjahresprognose, bei der es sich auf ein organisch gewachsenes Umsatzwachstum von 3-5% und angepasste Betriebsmargen zwischen 14,5% und 15,5% festlegte.
Bernsteins Vorgehen entspricht einem breiteren Trend der vorsichtigen Stimmung unter Industrieanalysten, da sich die Bedenken über die Nachhaltigkeit der post-pandemischen Nachfrageerholung erhöhen. ABB-Aktien sanken um 1,2% im Vorhandel, nachdem die Meldung veröffentlicht wurde.
Analysten bei Bernstein lieferten keine aktualisierten Gewinnprognosen, betonten jedoch, dass ABBs langfristige Wachstumsperspektiven von der Fähigkeit des Unternehmens abhängen, zyklische Abschwünge zu navigieren und sich auf strukturelle Trends wie Energieeffizienz und Digitalisierung in industriellen Prozessen zu kapitalisieren.



