Die Überkopfkosten von Volkswagen liegen über denen vergleichbarer Automarken um mehr als 30 %, sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume am Freitag und hob damit die strukturellen Probleme des deutschen Autokonzerns hervor, die in einer allgemeinen Konjunktureinbruchszelle liegen.
Das Kosten-Unterschied spiegelt Volkswagens umfassendes Modellportfolio wider, das derzeit auf etwa 150 Varianten über alle Marken verteilt ist. Blume betonte, dass das Unternehmen das Lineup bis 2027 auf circa 75 Modelle reduzieren will, indem sich Überlappungen und Komplexität eliminieren lassen. Der Gedanke ist, dass die konkurrenzfähige Auslastung in den Werken Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm nicht in den 2030er Jahren zurückkehren wird.
Blume beschrieb die Herausforderung als eine branchenweite Krise anstatt als ein Volkswagen-spezifisches Problem und warnte, dass die weltweiten Automobilmärkte sich vermutlich nicht verbessern werden: „Wir können nicht erwarten, dass die weltweiten Märkte sich verbessern; im Gegenteil, die Risiken werden sich verstärken“, sagte er in einem internen Interview, das vom Unternehmen zitiert wird. Volkswagen hat noch keine Bestandsaufnahme zur potenziellen Auswirkungen neuer chinesischer Wettbewerber, die Fabriken in Europa aufbauen, erstellt, fügte er hinzu.
Der Automobilhersteller betonte sein Engagement für die Erhaltung seiner globalen Präsenz, seiner Technologieführerschaft und seiner Produktionsbasis in Deutschland trotz der finanziellen Belastungen. Es wurden noch keine Entscheidungen über Werkschließungen getroffen, und Volkswagen wies darauf hin, dass viele seiner technischen Fortschritte unter den allgemeineren externen finanziellen Drucken unterschätzt werden.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 50.000 Mitarbeiter, eine Zahl, die Blume zitierte, um die Größenordnung des Kostenhandicaps in Relation zu Wettbewerbern zu verdeutlichen und nicht als festgelegten Zielwert für Arbeitsplatzreduzierungen.












