Der üppelnde Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz hat in den USA eine Welle von Aufträgen für Industrieunternehmen ausgelöst. Hersteller von Generatoren, Kühlsystemen, Transformatoren und Baumaschinen verzeichnen eine schnelle Nachfrage, die sich in den wirtschaftlichen Daten widergespiegelt hat. Die US-Industrieproduktion erreichte im Juli den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren, wie offizielle Daten zeigen.
Generac, ein US-Konzern, der vor allem für Notstromaggregate bekannt ist, investierte 250 Millionen Dollar in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten, um leistungsstarke Generatoren für Rechenzentren herzustellen. Der Auftragsbestand für diese Maschinen liegt bereits bei 1,6 Milliarden Dollar. Konzernchef Aaron Jagdfeld gab zu, dass die Branche vor der Frage steht, wie lange der aktuelle Boom noch anhalten wird. Das Unternehmen plant die Einstellung von 1.000 neuen Mitarbeitern, um die gestiegene Nachfrage zu befriedigen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach klassischen Generatoren für Privathaushalte gedämpft, was auf Schwächen auf dem Immobilienmarkt zurückzuführen ist.
Der Trend umfasst eine breite Palette an Zulieferern. Timken, ein Hersteller von Gleitlagern, berichtet, dass Rechenzentren massive Infrastrukturprojekte benötigen – von Gebäuden über Straßen bis hin zu Gasturbinen. Diese Nachfrage treibt die Umsätze in mehreren Industriezweigen an, darunter Kabel-, Rohr- und Stahlhersteller. Wood Mackenzie prognostiziert, dass sich der US-Markt für Elektroausrüstungen von Rechenzentren bis 2030 auf 66 Milliarden US-Dollar verdoppeln wird, verglichen mit 33 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Der Analyst Ben Boucher betont, dass Rechenzentren eine völlig neue Art von Last für die Elektroausrüstungsbranche darstellen.
Doch die rasante Entwicklung wirft zunehmend Bedenken vor einer Überhitzung auf. Manche Unternehmen zögern mit weiteren Investitionen aus Sorge vor einem plötzlichen Ende des Booms. Lieferengpässe führen bereits zu Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent, da die Hersteller versuchen, die Nachfrage mit überholten Bestellungen zu decken. Siemens reagiert auf das Risiko mit langfristigen Verträgen, die bei Nichtbeachtung hohe Strafzahlungen vorsehen. Das deutsche Unternehmen kündigte Anfang dieses Monats Investitionen von über 200 Millionen US-Dollar in zwei neue US-Werke an.
Auch kleinere Unternehmen wie das südostliche Hose Unternehmen aus Georgia profitieren von der Boom. Das Familienunternehmen, das traditionell Metallschläuche für die Stahlindustrie und die Petrochemie produzierte, konnte in den letzten fünf Jahren den Umsatz dank Rechenzentrumsforschungsprojekten verdreifachen. Das Unternehmen schuf 60 neue Arbeitsplätze und beschäftigt nun 150 Mitarbeiter. Geschäftsführer Trey Travis warnt jedoch vor den Risiken eines möglichen Einbruchs: „Wenn diese Branche einen massiven Rückschlag erleiden sollte, könnte dies eine Kette reaktion auslösen, die auch langjährige Kunden wie Stahlwerke treffen würde.“












