Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Freitag, dass Russland sich darauf vorbereitet, 300.000 neue Soldaten zu rekrutieren, nachdem Parlamentswahlen vom 18. bis 20. September angekündigt wurden. Die Ankündigung erfolgt, nachdem Moskau sein Militär verstärkt, um im Rahmen der laufenden Operationen im Donbass-gebiet in der Ostukraine zur Stärkung beizutragen.
Zelenskyj sagte, dass Kiew schätzt, dass Russlands Mobilisierungsanstrengungen unter einer umfassenderen peripheren Mobilisierungsstrategie bis 2027 insgesamt 500.000 Soldaten erreichen könnten. Er fügte hinzu, dass die ukrainische Geheimdienste der Ansicht sind, dass die Ausmaße der Rekrutierung nicht vollständig verborgen werden können, obwohl der Kreml dies bestreitet.
Die russischen Streitkräfte haben kürzlich auf dem industrialisierten Donbass fortgeschritten, während Kämpfe vor der strategischen Stadt Kostiantynivka andauern. Die militärischen Entwicklungen spiegeln eine jüngste Eskalation in der Luft- und Drohnenoffensive wider, wobei die Ukraine russische Ölfabriken und Logistikzentren angreift und Russland mit intensivierten Angriffen auf ukrainische Stadtzentren reagiert.
Der ukrainische Präsident warnte außerdem, dass Russland auf solche Angriffe möglicherweise reagieren könnte, indem es die am meisten sensiblen wirtschaftlichen Sektoren der Ukraine ins Visier nimmt. Anfang dieser Woche warf der Russische Präsident Wladimir Putin Kiew vor, mit seinem Angriff auf die russische wirtschaftliche Infrastruktur eine «Pandora-Box» geöffnet zu haben, was auf eine mögliche weitere Vergeltung hinweist.
In Bezug auf die militärische Hilfe zeigte Zelenskiy an, dass die Ukraine 364 intercepierende Patriot-Raketen aus den USA im Jahr 2025 erhalten hat und weitere 264 im Jahr 2026 erwartete, nachdem 675 Fahrzeuge im Jahr 2023 geliefert wurden. Der anhaltende Mangel an Luftverteidigungssystemen fiel zeitgleich mit Rußlands vermehrter Luftangriffskampagne gegen ukrainische Städte zusammen.
Russland hat in jüngsten Erklärungen separat Pläne erläutert, die sich zur Ausweitung der nationalen Produktionskapazitäten für Raketen auf 1300 ballistische Raketen jährlich richten.












