Der UBS-CFA-Indikator stieg im August um 2,1 Punkte auf 12,1 Punkte und liegt damit zum zweiten Mal hintereinander im positiven Bereich und erreichte damit den zweithöchsten Stand seit Januar 2025. Dies folgte auf den Ausbruch des Mittelmeer-Konflikts Ende Februar.
Der insgesamt positive Sentiment verheimlicht eine zunehmende Diskrepanz in den Meinungen. Im Juli erwarteten 75 % der Befragten für die kommenden sechs Monate unveränderte wirtschaftliche Bedingungen in der Schweiz. Bis August war dieser Wert auf zirka 50 % gesunken, denn sowohl optimistische als auch pessimistische Prognosen nahmen zu. Rund 30 % erwarten eine Verbesserung, während 18 % einen Rückgang vorhersagen.
Die Schweizer Wirtschaftsbedingungen werden weitestgehend als normal erachtet. 91,2 % der Befragten bewerten die aktuelle Lage als solche. Dies ist der achtte Monat in Folge, in dem der Anteil über 80 % lag.
Die Aussichten für die USA haben sich wieder verschlechtert. Nach einem kurzen Aufschwung im Juli erwarten jetzt 52,9% der Befragten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen in den nächsten sechs Monaten. Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar 2025 beträgt der durchschnittliche Anteil pessimistischer Vorhersagen 43%.
Die monetären Politikexpektationen in der Schweiz stehen auf Stabilität. Die Analysten sehen bei der Schweizer Nationalbank (SNB) eine 86-prozentige Wahrscheinlichkeit das Referenzzins auf 0% bei der nächsten Bewertung zu halten. Eine Zinserhöhung wird mit 9% und eine Änderung auf 6% gesehen.
Für 2026 erwarten über 80 % der Befragten, dass die SNB die Zinssätze unverändert lassen wird, und auch die erste Hälfte von 2027 wird als wahrscheinlich mit 0 % gesetzlich festgehalten. Allerdings verlagern sich die Risiken hin zu höheren Zinssätzen, wobei eine kumulative Wahrscheinlichkeit von 25 % für mindestens eine Zinserhöhung bis Juni 2027 besteht. Die Märkte rechnen mit einer Zinsschraube von rund 25 Basispunkten in diesem Zeitraum.
Die Bewertung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken hat sich nach oben verschoben. Nach der jüngsten Aufwertung sehen nun 79 % der Befragten einen gerechten Eurokurs über 0,90 CHF, gegenüber 65 % im Mai und 67 % im Februar. Dies entspricht den letzten Werten aus August 2025.
Das Equity-Sentiment in der Schweiz ist vorsichtig optimistisch: 48,5 % erwarten höhere Preise in den nächsten sechs Monaten, 36,4 % sehen eine Stabilisierung, und 15,2 % erwarten einen Rückgang. Dies ergibt einen Netto-Score von 33,3 Punkten. Der Euro Stoxx 50 weist einen identischen positiven Netto-Score auf, während die Aussichten für den S&P 500 insgesamt schwächer ausfallen. 48 % erwarten nach dem jüngsten starken Anstieg von 30 % niedrigere Preise, was einen Netto-Score von 18 Punkten ergibt.
Die langfristigen Schweizer Zinssatz erwarten die Befragten als stabil, 75 % erwarten keinen Wechsel und 21,9 % einen Anstieg.
Die Prognosen für die Rohstoffmärkte unterscheiden sich stark. Nur 19,4% der Experten erwarten in den nächsten sechs Monaten höhere Ölpreise, während 61,3% einen Preisverlust vorhersehen. Im Gegensatz dazu rechnet 54,5% der Befragten mit steigenden Goldpreisen, während nur 12% einen Preisverlust erwarten. Das ergibt einen Netto-Stand von über 42 Punkten. Für den Ölmarkt beträgt der Netto-Stand fast minus 42 Punkte.
Die Untersuchung, die von UBS und der CFA Society Switzerland vom 13. bis 20. August durchgeführt wurde, umfasste 34 Finanzanalysten.












