Das US-Finanzministerium teilte am Mittwoch mit, dass es die maximale Grösse bestimmter Rückkaufprogramme auf mindestens 4 Mrd. USD verdoppeln werde. Die Massnahme weckte bei Anlegern erneut Bedenken hinsichtlich einer Dollarentwertung, nachdem die Renditen langlaufender Anleihen auf das höchste Niveau seit 2007 angestiegen waren.
Die Ankündigung folgte auf eine Phase starker Verkäufe langlaufender Wertpapiere seit Ende Juni, die durch eine erhöhte Emissionstätigkeit und geopolitische Risiken – darunter eine eskalierende Auseinandersetzung mit dem Iran – noch verstärkt wurde. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe erreichte diese Woche ihren Höchststand, während die gesamte öffentliche Verschuldung laut Marktdaten auf rund 40 Billionen USD zusteuert.
Finanzminister Scott Bessent sagte am Donnerstag im CNBC-Interview, der Markt habe sich mit dem jüngsten Verkaufsdruck «etwas zu weit vorgewagt», und betonte, dass der Rückkauf die 4-Mrd.-USD-Marke überschreiten könnte. Die Intervention ist Teil eines breiteren Versuchs, die Liquidität ausserhalb des üblichen Quartalsrefinanzierungszyklus zu steuern – vor einer 20-Jahres-Anleihenauktion.
Analysten deuteten die Massnahme als eine Form der finanziellen Repression, die darauf abzielt, die Renditen langlaufender Anleihen zu drücken. George Saravelos, Stratege bei der Deutschen Bank, bezeichnete die Aktionen des Finanzministeriums und die Förderung der Rückkaufmöglichkeiten als «weiche finanzielle Repression» und warnte, dass solche Methoden das Vertrauen in US-Staatsanleihen untergraben könnten.
Devisenstrategen verwiesen auf mögliche Zielkonflikte. Shaun Osborne, Chef-Devisenstratege bei Scotiabank, erklärte, die politischen Entscheidungsträger stünden vor einer Wahl: Entweder sie akzeptieren höhere Renditen oder sie erzwingen Zugeständnisse beim US-Dollar. Er wies darauf hin, dass steigende Benzin- und Hypothekenzinsen sowie der Druck der Zwischenwahlen die politische Handlungsfähigkeit weiter einschränken könnten.
Sarah Ying, Leiterin der FX-Strategie bei CIBC Capital Markets, verglich das Geschehen mit früheren Dollar-Krisen und sprach von einer «Mini»-Version historischer Episoden, in denen Interventionen auf Widerstand stiessen. Steve Englander, globaler Leiter der G10-FX-Forschung bei Standard Chartered, warnte vor einem Glaubwürdigkeitsverlust durch den wiederholten Einsatz solcher Massnahmen und verglich den Ansatz mit einer «Panikreaktion». Er betonte, dass die Massnahmen zwar kurzfristig Stabilität bringen könnten, aber keine strukturellen Probleme wie das Haushaltsdefizit oder das Produktivitätswachstum lösen würden.
Der Goldpreis stieg nach der Ankündigung um mehr als 3%, während der Bitcoin innerhalb von zwei Tagen um 13% zulegte – ein Zeichen für die breitere Risikostimmung angesichts von Sorgen um die fiskalische Nachhaltigkeit und die Währungsstabilität.













