US-Aktienfutures stiegen am Donnerstag, was europäische und Schweizer Indizes nach oben zog, nachdem die Renditen von US-Staatsanleihen nachgaben. Gleichzeitig hielten geopolitische Risiken im Nahen Osten die Ölpreise hoch und befeuerten Inflationssorgen.
Der Schweizer Marktindex (SMI) legte bis Mittag um 0,2 % zu und gab damit einen früheren Anstieg von 0,5 % ab, nachdem Nestlé-Aktien nach einer gemischten Handelssession um 1 % nachgaben. Der Index hatte zu Handelsbeginn von Zuwächsen bei Roche (+1,8 %) und Logitech (+2,6 %) profitiert, die zu den stärksten Werten zählten. Richemont (-2,4 %) und Swatch (-1,6 %) gehörten dagegen zu den schwächsten Titeln, da die Stimmung im Luxussegment in Europa weiterhin gedämpft blieb.
In den USA zeigte der Dow Jones Industrial Average vor Börsenbeginn ein Plus von 0,4 % bei 53 287 Punkten an, während der S&P 500 und der Nasdaq 100 jeweils um 0,4 % bzw. 0,5 % zulegen sollten. Futures auf den Dow blieben weitgehend unverändert, während Nasdaq-Futures leicht um 0,2 % nachgaben. Die Renditen von Staatsanleihen gingen zurück, was die Finanzierungsbedingungen lockerte und die Risikobereitschaft erhöhte.
Die am Donnerstag veröffentlichten Schweizer Inflationsdaten überraschten mit einem stärkeren Anstieg als erwartet: Die Jahresrate stieg im August auf 0,8 % gegenüber 0,4 % im Juli – der höchste Stand seit zwei Jahren. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 0,5 % bis 0,6 % gerechnet. Der Franken wertete gegenüber dem Euro auf 0,9384 (zuvor 0,9410) und gegenüber dem Dollar auf 0,8092 auf. Die Schweizerische Nationalbank steht damit unter erneutem Druck, ihre geldpolitische Ausrichtung angesichts anhaltender Inflationstendenzen zu überprüfen.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten belasteten weiterhin die Märkte, wobei die Ölpreise trotz einer kurzen Beruhigung weiterhin schwankten. Brent-Rohöl-Futures notierten über 95 US-Dollar pro Barrel, während WTI nahe 92 US-Dollar gehandelt wurde – ein Niveau, das Inflationsrisiken aufrechterhält. Analysten der Helaba verwiesen darauf, dass stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten am Freitag die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed verstärken könnten, insbesondere falls sich die Lohnentwicklung beschleunigt.
Unter den Einzelwerten gab Broadcom vorbörslich um 3,7 % nach, nachdem der Chip-Hersteller zwar die Umsatzerwartungen erfüllte, aber mit seiner Prognose enttäuschte. Snowflake hingegen sprang um 23 % nach oben, nachdem das Unternehmen die Gewinnschätzungen übertraf und seine Jahresprognose für den Umsatz anhob. Ultragenyx Pharmaceutical brach um 46 % ein, nachdem ein experimentelles Medikament gegen seltene Krankheiten in einer Phase-3-Studie scheiterte. Victoria’s Secret verlor 20 %, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,61 Milliarden US-Dollar meldete und eine vorsichtige Prognose für 2026 abgab.
In der Schweiz stieg Partners Group um 2,0 %, nachdem Analysten der Morgan Stanley die Coverage mit einer «Equal Weight»-Empfehlung und einem Kursziel von 775 Franken wiederaufnahmen. Romande Energie gewann 2,1 % nach der Meldung eines deutlichen Gewinnanstiegs im ersten Halbjahr. Novartis hielt die Gewinne vom Dienstagsrally bei, während Roche um 0,8 % zulegte, nachdem ein Lizenzabkommen mit dem chinesischen Pharmaunternehmen Simcere Pharmaceutical für einen trispezifischen Antikörper bekanntgegeben wurde.
Die Anleger richten nun ihren Blick auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls), der weitere Klarheit über den Arbeitsmarkt und die geldpolitische Ausrichtung der Fed vor deren nächster Sitzung in zwei Wochen liefern dürfte. Die Marktstimmung bleibt fragil, wobei Händler betonen, dass stabile Ölpreise allein nicht ausreichen könnten, um die Risikobereitschaft zu stützen, falls die geopolitischen Risiken anhalten.













