Der globale Investitionszyklus in künstliche Intelligenz (KI) könnte sich verlängern, da Regierungen die souveräne Kontrolle über KI-Infrastruktur, Daten und Technologien priorisieren. Dies geht aus einer Analyse von Morgan Stanley hervor, die am 23. August 2026 veröffentlicht wurde.
In den USA wird erwartet, dass die heimischen KI-Fähigkeiten gestärkt und gleichzeitig die Beschränkungen für den Transfer fortschrittlicher Technologien nach China verschärft werden. Dies führt zu einem zweigeteilten Markt für KI-Rechenleistung, Modelle und Cloud-Dienste. Morgan Stanleys Basisszenario geht von einem ausgewogenen Ansatz aus, der geistiges Eigentum an Spitzen-KI-Technologien schützt, wo nötig, aber Offenheit ermöglicht, wo möglich.
China plant eine stärkere Lokalisierung durch staatliche Beschaffung, Cybersecurity-Vorgaben, den Einsatz lokaler Modelle und souveräne Cloud-Infrastrukturen. Ziel ist es, westlichen Marktbeschränkungen durch den Ausbau in Schwellenländern mit kostengünstigeren Open-Source-Technologien und strategischen Partnerschaften zu begegnen.
In Europa stoßen die Bemühungen um strategische Autonomie bei Rechenleistung, Cloud und Halbleitern an Finanzierungs- und Skalierungsgrenzen. Gleichzeitig entwickeln ASEAN-Staaten zügig eigene KI-Infrastrukturen und bilden Allianzen mit vertrauenswürdigen internationalen Partnern – und positionieren sich damit als eine der am schnellsten wachsenden Regionen für souveräne KI-Implementierungen.
Morgan Stanley schätzt die KI-Kapitalausgaben in den USA für 2026 auf 860 Mrd. USD. Dies unterstreicht das Ausmass der Investitionen, die sowohl von öffentlicher als auch privater Seite getätigt werden. Die staatlich vorangetriebene KI-Souveränität soll die Ausgaben in den Bereichen Halbleiter, Rechenzentren, Netzwerkinfrastruktur, Stromversorgung, Cloud-Dienste und KI-Implementierungsplattformen weiter stärken.
Während die KI-Adoption die Produktivität in betroffenen Branchen steigern dürfte, bestehen Risiken wie strukturelle Arbeitslosigkeit durch Aufgabenersatz, zyklische Überinvestitionen in die Infrastruktur und wachsende Ungleichheit. Der Bericht betont, dass staatlich gelenkte strategische Investitionen den KI-Kapitalausgabenzyklus trotz einer vorläufigen Abschwächung der privaten Ausgaben stützen könnten.












