Die Rohöl-Futures reichten am Dienstag die ersten Verluste ein, da der Fokus der Märkte von der Entspannung von Risiken im Zusammenhang mit dem Iran auf steigende Spannungen im Westen der Ukraine verschob. Berichte, wonach der russische Präsident Wladimir Putin die Aussicht auf friedliche Verhandlungen als verzäumt bezeichnete und verstärkte militärische Massnahmen einschliesslich möglicher Raketenangriffe auf ukrainische Städte ankündigte, verstärkten die Befürchtung vor Unterbrechungen der Lieferungen.
Die geopolitische Verschiebung löste eine umfassende Rally auf den Energiemärkten und den Agrarmärkten aus. Die Weizenpreise stiegen, da Händler die Auswirkungen potenzieller Hafenblockaden in der Ukraine bewerteten, die sich auf die bestehenden Lieferengpässe aus der starken chinesischen Nachfrage, den knappen weltweiten Getreideschwazen und den sich verschlechternden Erntebedingungen in Europa stackten. Die Düngemittelmärkte entwickelten sich ebenfalls umwerfend, während die Preise für Kalium und Harnstoff stiegen, da hohe Düngerkosten zu Beginn des Jahres den Maisanbau reduziert und die Anbauregion auf andere Getreidesorten ausweichen liess. Der Biokraftsektor bohrte sich nach oben, unterstützt durch ein angespanntes weltweites Dieselversorgungsszenario und gestiegene Raffiniermargen.
Die andauernden Angriffe der Ukraine auf die russische Ölinfrastruktur und Rafineriekapazitäten blieben ein zentraler Risikofaktor und begrenzten den abwärtsgerichteten Druck auf die Spreads bei Derivatprodukten des Dieselöls, trotz erhöhtem Verkehr durch die Hormuschlucht und wachsenden Mengen an Dieselöl nach Asien und Europa. Die Analysten stellten fest, dass die anhaltende Bedrohung von russischem Energiegeräten weiterhin die Marktspannungen untermauert.
Auf den Metallmärkten zeigten die Preise für Kupfer und Aluminium Zeichen eines Aufbaus nach dem Wiedererreichen der historischen Höchststände Anfang des Jahres. Laut der Analyse spiegelt der erholte Kurswechsel die veränderten Erwartungen zur US-Notenbankpolitik wider, da die erwarteten aggressiven Zinserhöhungen nicht eingetreten sind. Obwohl ein weiterer Anstieg der Zinsen weiterhin möglich ist, haben die früheren Befürchtungen einer harten Straffung der Geldpolitik nachgelassen, was den Industriemetallen Auftrieb gibt.
Die US-Futures für Erdgas bewegten sich auf ein Vier-Wochen-Hoch, und handelten von 2,80 US-Dollar bis 2,93 US-Dollar pro MMBtu vor dem EIA-Lagerrichterat von Mittwoch. Dieses Vorgehen folgte Prognosen über anhaltig heisse Sommertage, bei denen mehr als 70 Millionen Amerikaner unter Temperaturnotwarnungen stehen, und die Temperaturen werden noch vor Sonntag in den 90ern auf dem gesamten Mittleren Westen und im Süden liegen. Die Hitze erwartet man wird die Herausforderungen bei der Stromnachfrage insbesondere in der so genannten Stromverbrauchsbelt bewahren, die unter anderem St. Louis, Kansas City, Cincinnati und Texas umfasst.
Die EIA-Daten für die vergangene Woche zeigten einen bescheidenen Vorratsschub von 16 Milliarden Kubikfuss, wodurch sich der Gesamtvorrat auf 3.169 Bcf erhöhte – ungefähr 6 % über dem fünfjährigen Durchschnitt und leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die regionalen Trends entsprachen sich nicht, da der Osten und die mittlere Zone Gas in die Vorratslager einspeisen, während der südöstliche Teil der Saltpünkt-Förderung Auszüge meldete. Ein geringerer als erwartetes Vorratsschub für die Woche, die am 21. August endete, könnte den Markt weiter straffen, gaben die Analysten an, angesichts der stabilen Nachfrage nach flüssigem Erdgas (LNG) von 17,1 Bcf pro Tag und anhaltender Engpässe in Europa.
In der Analyse wird darauf hingewiesen, dass wenn der derzeitige Rahmen einen handelbaren Auftrieb im Erdgas ermöglicht, es aber keine Anzeichen für den Beginn eines neuen Bullenmarkts gibt. Eine starke Produktion und angenehme Lagerbestandszahlen bestehen weiterhin, aber die Kombination aus anhaltiger Wärme, potenziellen Enttäuschungen bei der Lagerung und einer robusten internationalen Nachfrage schafft Bedingungen für einen kurzfristigen Aufwärtstrend. Ein anhaltender Close über 3,00 US-Dollar pro MMBtu bei knapper Berichtsgabe könnte das Marktklima verändern, so die Analyse.













