Die Ölpreise legten am Mittwoch zu, da die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten Versorgungsrisiken schüren und den Brent-Preis über 85 US-Dollar pro Fass hievten.
Die Brent-Futures für die Lieferung im Oktober stiegen um 1,2 % auf 85,45 US-Dollar pro Fass bis 08:30 Uhr ET und setzten damit die Gewinne der Vorwoche fort. West Texas Intermediate (WTI) für denselben Monat kletterte um 1,1 % auf 81,80 US-Dollar pro Fass. Die Aufwärtsbewegung spiegelt die Marktbesorgnis über mögliche Störungen der Rohöllieferungen durch die Straße von Hormuz wider – ein zentraler Engpass für den globalen Ölhandel.
Analysten verwiesen auf das Risiko von Vergeltungsaktionen oder einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Washington und Teheran als Haupttreiber des Preisanstiegs. Die USA halten eine militärische Präsenz in der Region aufrecht, während der Iran mit möglichen Reaktionen auf jüngste Angriffe und Provokationen gedroht hat. „Der Markt bewertet eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit eines Versorgungs-Schocks ein“, erklärte ein Rohstoffstratege einer Grossbank und wies darauf hin, dass jede Störung die globalen Lagerbestände schnell verknappen könnte.
Geopolitische Risikoaufschläge haben in der Vergangenheit zwar kurzfristige Preisspitzen bei Öl ausgelöst, doch nachhaltige Bewegungen erfordern in der Regel den Nachweis tatsächlicher Versorgungsunterbrechungen. Der jüngste Anstieg folgt Meldungen über verstärkte iranische Marineaktivitäten in der Nähe wichtiger Schifffahrtsrouten, wobei bisher keine direkten Angriffe auf die Öl-Infrastruktur gemeldet wurden. US-Beamte betonten erneut ihr Engagement für die Aufrechterhaltung der Schifffahrtsfreiheit im Golf.
Der Preisanstieg vollzieht sich trotz Anzeichen für eine abflachende globale Nachfrageentwicklung. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert für 2024 einen Anstieg des Ölverbrauchs um 1,1 Millionen Barrel pro Tag – ein Rückgang gegenüber früheren Schätzungen. OPEC+ hat signalisiert, bei Bedarf die Fördermengen anzupassen, um die Märkte zu stabilisieren, doch von unmittelbaren Politikänderungen wird nicht ausgegangen. Händler beobachten die kommenden Tage genau, um Anzeichen für eine Eskalation oder Deeskalation zu erkennen.









