Die Raiffeisen Gruppe hat ihre strategische Beteiligung am Schweizer Derivate-Spezialisten Leonteq reduziert und hält nun nur noch 7 % der Aktien. Ein von dem Finanzier Rainer-Marc Frey geführtes Konsortium hat gemäss einer Meldung vom Montag 30 % der Leonteq-Aktien übernommen.
Die Transaktion steht im Einklang mit Raiffeisens strategischer Neuausrichtung, die eine Reduktion von Engagements in nicht-kernrelevanten Beteiligungen vorsieht. Das Frey-geführte Konsortium hält damit eine bedeutende Minderheitsbeteiligung und wird zu einem zentralen Aktionär von Leonteq. Die Transaktion erfolgt vor dem Hintergrund laufender Restrukturierungsmassnahmen bei Raiffeisen, die ihre Risikoexposition in nicht-strategischen Bereichen weiter verringern will.
Leonteq bestätigte die Änderung der Aktionärsstruktur in einer Mitteilung und kündigte an, am 12. September eine ausserordentliche Generalversammlung (AGM) abzuhalten. Auf dieser sollen die Aktionäre der Transaktion zustimmen. Zudem werden mögliche Anpassungen der Kapitalstruktur und der Corporate Governance im Zusammenhang mit der neuen Aktionärsstruktur diskutiert.
Analysten sehen in der Übernahme potenzielle strategische Chancen für Leonteq, etwa bei der Erweiterung des Produktportfolios oder dem Eintritt in neue Märkte. Allerdings könnte die Übergangsphase zu kurzfristiger Volatilität führen, während das Unternehmen die neue Aktionärsstruktur integriert. Die Geschäftsleitung von Leonteq betonte die Kontinuität der operativen Strategie, räumte jedoch ein, dass die langfristigen Auswirkungen der neuen Eigentümerstruktur evaluiert werden müssen.
Die Übernahme durch das Frey-geführte Konsortium unterstreicht das wachsende Interesse an der Schweizer Fintech- und Derivatebranche, in der Konsolidierung und strategische Neuausrichtungen angesichts sich wandelnder regulatorischer und marktlicher Rahmenbedingungen weiterhin an der Tagesordnung sind.



