Die Risikokapitalinvestitionen in Rechts- und Rechtstechnologie-Startups haben im Jahr 2026 den Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar erreicht, nachdem im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von 4,6 Milliarden US-Dollar investiert wurde, wie Crunchbase Daten zeigen. Der Sektor hat in den letzten zwei Jahren mehr als 7 Milliarden US-Dollar angelockt, wobei die meisten Finanzmittel in KI-gestützte Lösungen flossen.
Harvey, ein in San Francisco ansässiger Anbieter von KI-Werkzeugen für Juristen, ist weiterhin der größte Spender mit bislang 1,2 Milliarden USD an Finanzmitteln. Das Unternehmen soll weiterer 500 Millionen USD bei einer Bewertung von 15,5 Milliarden USD anziehen. Legora, eine KI-Plattform für Juristen mit Sitz in Stockholm, secured in diesem Jahr 600 Millionen USD in Serie D-Finanzierung und verdreifachte seine Bewertung innerhalb von sechs Monaten auf 5,5 Milliarden USD. Clio mit Hauptsitz in Vancouver hat 2024 und 2025 1,4 Milliarden USD an Eigenkapitalfinanzierung erhalten und hat sich auf KI konzentriert.
Die Aktivität in den frühen Stadien bleibt stabil. Acht der 12 größten Runden im Jahr 2026 wurden als Finanzierungen der Series A oder B klassifiziert. Auch der Deal-Making im Saatgutschätzungsstadium ist aktiv: Über 50 rechtliche und juristische Saatrundens überstiegen je 1 Million US-Dollar in diesem Jahr.
Die Übernahmen erfolgen weiterhin mit konstantem Tempo, vorangetrieben von Legora, das in 2026 mindestens fünf Unternehmen übernommen hat, und Harvey, das drei Käufe vornahm. Beide Unternehmen haben die Transaktionswerte nicht veröffentlicht. Wolters Kluwer, ein niederländischer Anbieter von Rechts- und Gesundheitssoftware, schloss seit 2025 zwei bemerkenswerte Übernahmen ab, darunter Brightflag für 500 Millionen US-Dollar und Libra für 105 Millionen US-Dollar.
Offene Börsnotierungen sind weiterhin ausgeschlossen, aber Harveys jüngste Performance deutet auf eine mögliche IPO-Reife hin. Das Unternehmen meldete im ersten Quartal 2026 einen Zuwachs von über 100 Millionen US-Dollar an jährlichen recurring Revenues, was es zu einem starken Kandidaten für die öffentlichen Märkte macht.
Die Erwartungen der Branche in Bezug auf den Einfluss von AI bleiben hoch. Eine Umfrage von Thomson Reuters ergab, dass 80 % der juristischen Fachleute glauben, dass AI innerhalb von fünf Jahren einen hohen oder transformierenden Effekt auf ihre Arbeit haben wird. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete über messbare Ergebnisse aus Investitionen in AI, wobei die Dokumentenprüfung, rechtliche Recherchen und Rechtsdokumenten die Top-Anwendungsfälle waren. Während von AI nicht erwartet wird, juristische Fachleute zu ersetzen, wird davon ausgegangen, dass sie routinierte Aufgaben automatisieren können und damit traditionelle Stundensatzmodelle untergraben könnten.













