Die lateinamerikanischen Währungen erhalten weiterhin Unterstützung durch Carry-Trades, wobei der kolumbianische Peso, der brasilianische Real und das mexikanische Peso zu den weltweit attraktivsten renditestarken Optionen gehören, hiess es am Mittwoch von der JPMorgan Private Bank.
Einzig Cristiani, Leiterin der Investitionsstrategie für Lateinamerika bei der JPMorgan Private Bank, teilte dem Reuters Global Markets Forum mit, dass Carry-Strategien – bei denen Anleger in Währungen mit niedrigen Renditen Geld leiht, um in Währungen mit höheren Renditen zu investieren – aussergewöhnliche Renditen erzielt haben. Eine von Januar bis jetzt umgesetzte Strategie mit dem kolumbianischen Peso, die dazu führte, dass Dollar geliehen und zu Kolumbiens Tageszinsen investiert wurden, erzielte eine Rendite von circa 27 %, also mehr als doppelt so viel wie der S&P 500 im gleichen Zeitraum.
Als unterstützendes Element spielt der schwächere Dollar eine Rolle, der zum Teil von einer jüngsten Massnahme zur Stabilisierung der US-Treasurmärkte ausgelöst wurde, die Carry-Trades profitabler gemacht hat. Trotz dieser Erfolge stellte Cristiani fest, dass die Aufwertungen der lateinamerikanischen Währungen keine grundlegenden Verbesserungen der wirtschaftlichen Strukturen widerspiegeln. Die Anziehungskraft der Region wird zudem durch ihre Nähe zu den Vereinigten Staaten und ihre reichlichen natürlichen Ressourcen noch verstärkt, was sie zu einem Begünstigten der Verstärkung der Rivalität zwischen den USA und China macht.
Cristiani nannte Chile als Land, das die am stärksten günstige Kombination aus Gewinnwachstum, Bewertungen und makroökonomischer Stabilität bietet. Die Wirtschaft des Landes wird durch eine relativ stabilen Ausblick, den Abschluss des geldpolitischen Lockerungzyklus und gute Handelsbedingungen unterstützt, die von den hohen Kupferpreisen angetrieben werden. Brasilien, das von Cristiani als der am widersprüchlichsten gewählte lateinamerikanische Markt aufgrund der aktuellen Bewertungen angesehen wird, ist weiterhin durch fiskalische Sorgen eingeschränkt, die mit seiner hohen Über Nacht Zinsrate verbunden sind, die nahe bei 14 % liegt und die Kosten für den öffentlichen Schuldenabbau erhöht.
Für die weitere Zukunft andeutete Cristiani, dass sich in der zweiten Hälfte des Jahres eine hawkischere Haltung der chilenischen Zentralbank zeigen könnte, was die Kursentwicklung der Währung potenziell beeinflussen könnte.












