Die europäischen Erdgaspreise stiegen am Freitag auf ihr höchsten Niveau seit fünf Monaten, da die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Aussichten auf eine Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen verringerten und dieAufstockung der regionalen Lagervorräte vor dem Winter verlangsamten.
Der Futureskontrakt für europäisches Gas im Termin Januar legte um 1,6 % auf 66,75 € pro Megawattstunde zu und erreichte damit einen neuen Fünfmonatshoch. In der vergangenen Woche stieg der Vertrag bereits um fast 10 %, was auf eine Verschärfung der Lieferbedingungen in einem Markt zurückzuführen ist, der bereits mit eingeschränkten Lagerbeständen zu kämpfen hat.
Nach Daten von Gas Infrastructure Europe waren die europäischen Gasanlagen zum Zeitpunkt der letzten Bewertung zu 61,82% befüllt. Die Analysten von Morgan Stanley warnten, dass das Fenster zur Wiederherstellung des Vorratstands auf angemessene Winterhalte-Niveaus praktisch geschlossen sei, was die Wahrscheinlichkeit eines knappen Auftakts der Heizsaison erhöht. Selbst wenn die geopolitischen Spannungen in den kommenden Monaten nachlassen, werden die Preise in der zweiten Jahreshälfte erwartenlich angehoben bleiben, stellte die Bank fest.
Die diplomatische Misere geht auf den Ende der Woche auslaufenden Vorababkommen über den Waffenstillstand zwischen den USA und Iran zurück, wobei weder eine noch die andere Seite Pläne zur Wiederaufnahme der Verhandlungen angibt. US-Präsident Donald Trump hat seitdem die Sanktionen gegen Iran verschärft und die Frachtströme von verflüssigtem Erdgas (LNG) über die Hormuschaussee stark eingeschränkt – eine wichtige Schmelzwelle, die typischerweise ein Fünftel der globalen LNG-Transporte zählt.
Die Unterbrechung des Gasexports durch den Hormuskanal hat die bereits bestehenden Lieferprobleme verschärft, da die europäischen Lagerbestände trotz allmählicher wöchentlicher Anreicherung immer noch nicht vollständig befüllt sind. Mit einem zu erwartenden Anstieg der Heiznachfrage in den kommenden Monaten hat die Kombination aus geopolitischen Risiken und verbleibenden erschöpften Lagerbeständen die Preisvolatilität verstärkt und das Risiko von Lieferengpässen geschaffen.













