Der schweizerische Gesundheitsimmobilien-Spezialist Infracore hat ein verbindliches Angebot zur Übernahme der Immobilienwerte des GZO Spital Wetzikon eingereicht, einem ansonsten finanziell schweren Krankenhausbetrieber, der derzeit unter einem Schuldenmoratorium steht. Das Angebot, das 55 Millionen Schweizer Franken in bar umfasst, wurde in einem Schreiben an die Gläubiger der CHF 170 Millionen teuren Anleihen des Spitals bekanntgegeben.
Mit der Transaktion würden die Eigentumsrechte an den Immobilien des Krankenhauses auf Infracore übertragen, während die operative Steuerung bei GZO Spital Wetzikon behalten wird. Ein Umtausch der Betriebslizenzen, Arbeitsverträge oder Patientendaten ist nicht vorgesehen, und das Krankenhaus bleibt der alleinige Betreiber gemäss einer 30-jährigen Mietverordnung mit der Option der Verlängerung. Infracore verpflichtet sich auch, ein offenes Erweiterungsprojekt zu vollenden, allerdings erst nachdem die kernigen Aktivitäten des Krankenhauses stabilisiert worden sind. GZO behält sich ein bereits vereinbartes Vorkaufsrecht auf die fertig gestaltete Fläche vor.
Infracore betonte, dass der Deal keine zusätzlichen öffentlichen Mittel oder Kapitalerhöhungen von den Aktionären der Klinik erfordert. Das Unternehmen erklärte, dass die Annahme seines Angebots einen "wesentlichen Anstieg der Barutgaben" für die Gläubiger zur Folge hätte. Der CEO von Infracore, Eric Frey, bezeichnete das Angebot als "einfach, vollständig finanziert und rechtlich innerhalb der vorgeschriebenen Frist umsetzbar". Er fügte hinzu, dass die Erweiterungsfinanzierung erst nach einer Stabilisierung der Finanzlage der GZO nach der Restrukturierung erfolgt.
Diese Aktion folgt auf frühere Spekulationen darüber, dass Antoine Hubert, Vorsitzender von Aevis Victoria – das bedeutende Anteile an Infracore und dem Swiss Medical Network (SMN) hält – eine mögliche Immobilienlösung in Erwägung zieht. Das SMN ist eine von zwei Parteien mit bereits bestehenden Vorschlägen für die Vermögenswerte des Krankenhauses. Zurzeit hat die Thurmed Group ein Beteiligungsangebot vorgelegt. Das Angebot von Infracore gilt als taktische Massnahme, um andere Interessenten darauf zu drängen, ihre Vorschläge formal zu beschliessen und eine rechtzeitige Bewertung durch die Führung des Krankenhauses und die Insolvenzverwalter für eine Prüfung durch die Gläubiger durchzuführen.
Infracore verwies dabei auf seine jüngste Verkauf-und-Leasingtransaktion mit dem See-Spital in Horgen als Präzedenzfall und positionierte das GZO-Modell als Teil einer umfassenderen Strategie im Bereich der Umstrukturierung von Klinikimmobilien in der Schweiz.













