Die Ölpreise blieben diese Woche über 91 US-Dollar pro Barrel für Brent und über 85 US-Dollar für WTI, wobei der Vier-Tage-Rallye weiter fortgesetzt wurde, da der Hormuskanal von einem rhetorischen Risiko zu einer quantifizierbaren Einschränkung des weltweiten Rohöltauschs wurde.
Die Daten der US-amerikanischen Energieinformationsverwaltung zeigen, dass die Importe saudischer Rohöls in die Vereinigten Staaten im jüngsten Berichtszeitraum um 91 % zurückgingen, während die heimischen Raffinerien den Netto-Ausschuss auf das höchste Niveau seit September 2019 erhöhten. Die Analysten nennen diese Kombination als Beleg für eine strukturelle Umleitung der Lieferungen weg vom Hormus-Sund, einer kritischen Freigängestelle für die Golf-Exporte.
Die physische Blockade steht in Kontrast zu widersprüchlichen offiziellen Narrativen. Der Hauptverhandler des Iran erklärte, der Streifen werde bis zum Erreichen der Bedingungen der USA geschlossen bleiben, während US-Beamte behaupteten, die Marineblöcke seien erfolgreich gewesen und die Durchreise weiterhin möglich sei. Axios berichtete, dass die USA eine Geheimoperation durchführen, um Öl durch den Streifen zu befördern, und der Parlamentssprecher des Irak forderte einen Sonderstatus für seine Exporte, die über die Wasserstraße passieren.
Die Daten zur Schiffsverkehung durch die Straße bleiben nach wie vor niedrig, was den Schluss nahelegt, dass die Unterbrechung eine anhaltende physische Beschränkung ist und keine durch Schlagzeilen beflügeltes Preismoment. Die Analyse legt nahe, dass das derzeitige Preisebene eine dauerhafte Risikoprzisierung widerspiegeln könnte, da die Umleitung globaler Rohölströme, Raffinerieverträge und Versicherungsvereinbarungen nicht schnell rückgängig gemacht werden können, selbst wenn sich der politische Konflikt stabilisiert.
Die strategischen Vorräte schaffen weitere Probleme. Die US-Strategische Petroleumreserve hat ihren Abbau fortgesetzt und erreicht ein Niveau, das zuletzt 1982 verzeichnet wurde, während das Risiko am Hormus sich weiter verschärfte. Dies reduziert den Puffer, der zur Verfügung steht, wenn sich die Situation weiter verschlechtert, unabhängig vom täglichen Preisverlauf bei Brent- und WTI-Futures.
Zu den kurzfristigen Katalysatoren, die im Blick behalten werden, gehören zusätzliche Daten zu den Transitmengen aus dem Hormusschlussstrasse, weitere Einzelheiten zum Umfang des geführten US-amerikanischen Operations sowie die Entscheidung, ob der irakischen Forderung nach einem Sonderexportstatus stattgegeben wird. Diese Entwicklungen würden eine konkretere Einschätzung der Dauer der Unterbrechung bieten als die alleinige politische Rhetorik.












