Die Goldpreise sind seit der Mitte Juli notierten Tiefstwerte nahe 4.000 US-Dollar pro Unze auf rund 4.600 US-Dollar pro Unze gestiegen und damit auf ein Drei-Monats-Hoch. Dies ist dem steigenden Investitionsinteresse und den fiskalischen Bedenken zu verdanken, die die monetären Rahmenbedingungen überwiegen.
Die Rally verfolgte das Beschluss des US-Finanzministeriums, das Programm zum Rückkaufen von Schulden im Bereich von 10 bis 30 Jahren auszuweiten und die maximale Größe von 2 Milliarden Dollar auf mindestens 4 Milliarden zu erhöhen. Finanzminister Scott Bessent gab an, dass das Programm noch weiter skaliert werden könnte, wobei dieser Schritt zunächst langfristige Renditen belastete, bevor sich diese erholten. Analysten möglichen, dass die Änderung der Anleihepolitik die Aufmerksamkeit wieder auf die fiskalische Nachhaltigkeit und die Risiken der Währungsentwertung gerichtet hat, wodurch sich der Wert der Goldrolle verstärkt.
Ein weicher US-Dollar und erwartete politische Lockerungen durch die US-Notenbank bis 2027 haben ebenfalls zu dem Aufschwung des Edelmetalls beigetragen, nachdem es Stütze in der Nähe von 4.000 US-Dollar pro Unze gefunden hatte. Die Nachfrage aus der Investitionsseite erwies sich besonders als herausragend: Weltweite ETFs, die als Gold-Strafpapieren fungieren, verzeichneten im Juli Einlangungen in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar, was einen Anstieg der Lagerbestände um 23 Tonnen bedeutet, so die World Gold Council. Im August betonte sich die Erholung: Die von Bloomberg aufgespürten Fonds vervielfachten ihr Portfolio um rund 18 Tonnen an einem einzigen Tag – das starkste Tagesvolumen in fast einem Jahr.
Die Käufe der Zentralbanken blieben ein wichtiger Faktor für die Nachfrage. Der geschätzte netto-Kaufbetrag belief sich im Juni auf 51 Tonnen und die Konsolidierung der ersten sechs Monate auf 102 Tonnen. Polen und China gehörten zu den größten Käufern. Während die Nachfrage der staatlichen Sektoren weiterhin bestehen dürfte, hängen künftige Preisanstiege möglicherweise auch von der Fortsetzung des Interesses westlicher Investoren ab.
Die Rally steht vor erheblichen Herausforderungen, einschließlich steigender Energiekosten, die die inflationsbedingte Druckerhöhung verlängern und die Geldpolitik restriktiv halten könnten. Minutendaten von der Juli-Sitzung der Fed machten einen geteilten Ausschuss deutlich, wobei einige Mitglieder für einen sofortigen Zinserhöhungskurs plädierten und andere einer weiteren Straffung offen gegenüberstehen, falls die Inflation weiterhin hoch bleibt. Bei dem bevorstehenden Symposium in Jackson Hole, das vom 27. bis 29. August stattfindet, wird man sich voraussichtlich über den geldpolitischen Kurs der Fed klarer werden. Ein hawkischer Tonkünstler könnte die Renditen und den Dollar anheben, während ein Fokus auf Wachstum oder finanzielle Stabilität Goldpreise unterstützen dürfte.
Die Analysten stellen fest, dass die Aufwärtsrisiken für die kurzfristigen Preisprognosen zunehmen. Die durchschnittliche Preisvorhersage für das vierte Quartal in Höhe von 4.150 USD je Unze geht von einer anhaltenden Inflation aus, die die US-Geldpolitik restriktiv hält und einen nachhaltigen Rückgang der Zinsen verhindert. Allerdings deutet die Kombination aus neueren ETF-Einströmen, einem schwächeren Dollar und steigenden fiskalischen Bedenken auf die Möglichkeit höherer Preisziele hin. Die Korrektur gegenüber früheren Hochs scheint ein Fundament gefunden zu haben, doch die Tragfähigkeit des Aufschwungs wird von der stabilen Investitionsnachfrage und der Reaktion der Fed auf die sich entwickelnden Inflationsdynamiken abhängen.













