Die Gold-Futures fielen am Mittwoch auf ein Zwei-Wochen-Tief, da die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die wachsende Erwartung einer Zinsanhebung durch die Fed zu einem umfassenden Verkaufsaufmarsch auf der ganzen Assetseite und bei Staatsanleihen führten.
Die jüngste Runde von Angriffen zwischen Washington und Teheran folgte auf eine militärische Aktion der Vereinigten Staaten am Dienstag, die im Süden Irans iranische Militärstandorte einschliesslich Luftverteidigungssysteme, Radaranlagen und maritimer Assets in der Nähe des Hormusstrassens ins Visier nahm. Der Iran antwortete mit Vergeltungsschlägen mit Raketen auf US-Basen in Bahrain, Jordanien und dem Irak, so die US-Centralcommand und iranische Staatsmedien. Auch die Luftabwehr Kuwaits fing iranische Drohnen und Raketen ab, teilte die Regierung mit.
Der Konflikt hat die Energiepreise angehoben und die Inflationssorgen wiederbelebt, und so steigerte sich der Zinssatz für US-Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit auf praktisch ein Dreijahres-Hoch, die Rendite für 30-jährige Bundesanleihen auf ein 30-jähriges Rekordhoch und die Rendite für deutsche 10-jährige Bundesanleihen auf ein 15-jähriges Rekordhoch. Die Zinsen für Benchmark-Papieren stiegen auf den Hauptmärkten an und zogen die Kostensätze für Kredite für Regierungen und Haushalte nach oben. Aktien und Gold litten ebenfalls unter dem Druck, als die Anleger die Risiken neu bewerteten.
Gold-Futures fuhren die vierte Sitzung in Folge zurück, brachen von der letzten Wochen-Rekordmarke nahe 4.700 Dollar auf rund 4.370 Dollar und lagen damit gegen Mittag in New York etwa 8% unter dem Vorwoche-Niveau. Der Rückgang folgte auf einen 70-Prozent-Slalom seit dem 25. August, als die Preise auf 4.755,80 Dollar abzuhrenkten. Analysten vermerkten, dass sich Gold unterhalb der 100- und 200-Tages-Exponential-Mittelwerte (4.391,52 Dollar bzw. 4.548,11 Dollar) handele, mit einem täglichen bearishen Kreuzmuster vorliegend.
Die technische Unterstützung wird am 50-Tage-EMA bei etwa 4.256 US-Dollar gesehen, das laut der Analyse in den kommenden Sitzungen getestet werden könnte. Gleichzeitig deuten die Preise auf dem Geldmarkt auf eine Wahrscheinlichkeit von über 60 % für eine Erhöhung der Fed-Leitzinsen um 25 Basispunkte bei der Sitzung am 15. und 16. September hin, so die Daten von CME FedWatch.
Die Analyse warnt, dass Gold zwar von geopolitischen Risiken und Zinserwartungen belastet wird, die Kursentwicklung jedoch weiterhin empfindlich auf weitere Entwicklungen im US-Iran-Konflikt und die politischen Anzeichen der Zentralbanken reagiert.













