Eine Mehrheit der deutschen Unternehmen steht vor dem zunehmenden Wettbewerbsdruck chinesischer Unternehmen, besonders betroffen sind die Industrieunternehmen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervorgeht.
Die Studie, die auf Antworten von 1.300 Unternehmen beruht, ergab, dass 67 % der befragten Unternehmen einen erhöhten Wettbewerbsdruck von chinesischen Konkurrenten berichteten. Unter den Industrieunternehmen stieg dieser Anteil auf 83 %, was die Verwundbarkeit dieses Sektors gegenüber Chinas zunehmender Präsenz auf den globalen Märkten unterstreicht.
Volker Treier, Leiter des Aussenhandels beim DIHK, bemerkte, dass chinesische Wettbewerber sich nicht mehr ausschliesslich auf Volumen und Preise verlassen. "Sie sind technologisch stark, innovativ und zunehmend auf internationaler Ebene präsent", sagte er und fügte hinzu, dass der Wettbewerb mit China auf einem neuen Level angelangt sei.
Das Handelsdefizit Deutschlands mit China hat sich im vergangenen Jahr weiter verschärft, wobei das Defizit um etwa 22 Milliarden Euro auf 89,3 Milliarden Euro (103,61 Milliarden US-Dollar) anstieg. Die Importe aus China stiegen um 8,8 %, während die deutschen Exporte in das Land um 9,7 % zurückgingen. Das spiegelt die sich verändernden Dynamiken im bilateralen Handel wider.
Trotz der Herausforderungen ziehen die meisten deutschen Unternehmen nicht zurück aus ihren Märkten. 88 % der befragten Unternehmen gaben an, keine Absicht zu haben, ihre Geschäftsfelder aufzugeben. Stattdessen verfolgen viele Unternehmen Strategien zur Anpassung. 60 % der Befragten konzentrieren sich auf Produktinnovationen, 50 % versuchen, Kosten zu reduzieren und 39 % wenden sich dem Markteintritt in neue Märkte zu. Fast jeder Dritte der Unternehmen äusserte sein Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern.
Die Ergebnisse unterstreichen die Doppelbelastung, vor der die deutsche Industrie steht: konkurrierende Bedrohungen durch chinesische Firmen und ein strukturell zunehmendes Handelsdefizit, die gemeinsam das wirtschaftliche Bild der Unternehmen, die zwischen den beiden Wirtschaften operieren, prägen.












