Der deutsche Aktienmarkt sollte am Freitag leicht schwächer eröffnet haben, da die Volatilität am Verfallsdatum das Stimmungsbild beeinflusste, obwohl die Ölpreise über Nacht von den aktuellen Spannungen im Zusammenhang mit Unterbrechungen der Lieferungen im Nahen Osten abnahmen.
Eine Stunde vor dem Börsenstart zeigte der X-Dax-Pre-Market-Indikator, dass der DAX um 0,2 % auf 25.655 Punkte gefallen war, was für den Basisindex einen bescheidenen Wochenanstieg von 0,3 % implizierte.
Die Auslaufen von Futures und Optionen auf Aktienindizes und Einzeltitel ist für stärkere Tageschwankungen verantwortlich. Grosse Fonds- und Vermögensverwalter versuchen in der Regel, die Kurse auf die Niveaus zu treiben, an denen ihre Derivatpositionen liquidiert werden, während kleine Privatanleger nicht in der Lage sind, derartige Flüsse entgegenzuwirken.
Die geopolitischen Risiken dominierten weiterhin die makroökonomische Entwicklung. Die anhaltenden Spannungen im Mittleren Osten bestimmten die Unsicherheit über die Öllogistik, auch wenn die Rohölpreise im Zeitraum der Nachttransaktionen etwas abnahmen. Die Vorsicht der Anleger blieb trotz der Preisentlastung hoch.
Auch die Entwicklungen bei den Zentralbanken nahmen die Aufmerksamkeit in Anspruch. Die US-Fed hatte gerade ihren ersten Zinserhöhungszyklus seit drei Jahren abgeschlossen, und die Marktbeobachter bewerteten, inwieweit dieser Straffungszyklus weiterverlaufen könnte, so der StrategIn Stephen Innes. Die Bank of Japan hatte ihren zentralen Leitzins am Freitag wie erwartet erhöht.
Die Unternehmennachrichten waren dünn, jedoch zogen zwei Aktien auf der Plattform von Tradegate Aufmerksamkeit auf sich. Infineon stieg um 3,0% gegenüber dem Xetra-Schlusskurs, nachdem Oddo BHF den Halbleitermacher von neutral auf überlegen angemessen hat. Der Analyst Stephane Houri sagte, dass der sich verschärfende Geschäftsgang bis zum Jahr 2027 zunehmend nicht zu ignorieren sei.
Die Aktien von Renk stiegen auf Tradegate um 4,3%, nachdem Goldman Sachs den Hersteller von Verteidigungsgetrieben von neutral auf „kaufen“ hochgestuft hatte. Der Analyst Sam Burgess schrieb, dass der jüngste Ausverkauf einen attraktiven Einstiegspunkt bietet, da vorhersehbares Umsatz- und Ergebniswachstum zu erwarten ist.













