Die europäischen Aktienmärkte legten am Mittwoch leicht zu, der Stoxx Europe 600 gewann 0,11 %, während der Brent-Rohölpreis um 2,6 % auf 86,32 US-Dollar pro Barrel sank, gestützt durch Anzeichen von Fortschritten im Richtung eines Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und dem Iran.
Der Rückgang der Ölpreise stützte die europäischen Aktien, trotz Warnungen von Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, dass weitere geldpolitische Verschärfungen erforderlich sein könnten. Schnabel erklärte im Interview mit Bloomberg News, dass bei den aktuellen Zinsniveaus die Inflation mittelfristig unlikely auf das Ziel der EZB zurückkehren werde, was weitere Zinserhöhungen erforderlich mache. Sie fügte hinzu, dass die Risiken für die Verbraucherpreise weiterhin nach oben verzerrt seien, bedingt durch anhaltende Konflikte im Nahen Osten und die unerwartete wirtschaftliche Resilienz des Euro-Raums.
Die Marktpreisungen deuten auf wachsende Erwartungen hin, dass die EZB auf ihrer September-Sitzung eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte beschließen wird. Der Gewinn des Stoxx Europe 600 stand im Kontrast zu einer flachen Performance des deutschen DAX und des französischen CAC 40, während der britische FTSE 100 um 0,35 % auf 10.854,32 Punkte stieg, gestützt durch Gewinne in den Nicht-Energie-Sektoren.
Der Rückzug des Öls folgte auf einen Rückgang von 5 % im vorangegangenen Handel, ausgelöst durch Berichte regionaler Vermittler, die darauf hindeuteten, dass sich die USA und der Iran einem vorläufigen Waffenstillstandsabkommen nähern. Iran und Oman bestätigten jeweils die Wiederaufnahme bilateraler Gespräche, die auf die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus abzielen, eines kritischen Schifffahrtsweges.
Das Anlegerinteresse galt weiterhin US-Unternehmensergebnissen und makroökonomischen Daten, einschließlich der bevorstehenden Veröffentlichung der Quartalszahlen von Nvidia für das zweite Quartal, die weitere Einblicke in die globale Nachfrage nach KI-bezogenen Technologien liefern sollen. Europäische Unternehmen mit Sensitivität gegenüber KI- und Halbleiter-Nachfrage, darunter ASML Holding, STMicroelectronics und Infineon Technologies, blieben vor der Veröffentlichung im Fokus.
Die Trading-Desks bewahrten eine vorsichtige Positionierung vor der Veröffentlichung der US-Personal Consumption Expenditures (PCE)-Daten, die letzte Hinweise auf Inflations- und Wachstumsdynamik liefern könnten, bevor die Zentralbanker später in dieser Woche zur Jackson Hole Economic Policy Symposium zusammenkommen.













