Die europäischen Erdgaskurse fielen am Mittwoch auf ihren niedrigsten Stand seit mehr als einer Woche, nachdem ein 24-stündiger Betriebsstreik im gesamten französischen Energiesektor zu Ende gegangen war und dadurch eine Versorgungsunterbrechung beseitigt wurde, die Benchmark-Kontrakte unter Druck gesetzt hatte.
Der niederländische TTF-Frontmonatsvertrag fiel um 1,23% auf ungefähr 76,98 Euro je Megawattstunde und erreichte damit seinen tiefsten Punkt seit mehr als einer Woche. Der Grosshandelsgasvertrag des Instituts NBP in Grossbritannien fiel ebenfalls um 1,23% und bewegte sich nahe 191,00 Pfund je Therm auf ähnlichen Tiefständen.
Durch den Arbeitskampf, den französische Energiegewerkschaften am Dienstag durchgeführt haben, war der belgische Terminalbetreiber Fluxys gezwungen, die Ausfuhrkapazität am LNG-Terminal in Dünkirchen – dem grössten Einfuheinrichtungen in Frankreich – von mindestens 9,4 Gigawattstunden pro Tag auf 4 GWh pro Tag zu senken. Die Beendigung der Arbeitsstreiks sollte dazu beitragen, die Betriebsabläufe wieder aufzufrischen.
Wie Daten von Gas Infrastructure Europe zeigen, waren die unterirdischen Speicher im frühen September mit etwa 68,5 % ihrer Kapazität befüllt. Die Reserven liegen etwa 16 Prozentpunkte unter dem fünfjährigen saisonalen Durchschnitt. Trotz der schrittweisen Befüllung der Speicher im Vorfeld der Winternachfrage bleibt auch weiterhin ein beträchtlicher Unterschied.
Der Preiseinbruch trifft zu einer Woche mit hohen Risiken für die globale Geldpolitik, nachdem sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank kürzlich die Zinsen angehoben haben. Die Zentralbanker betonen, dass die harten Energieeinkaufskosten der Haupttreiber der Inflation sind und damit den Gasmärkten von politischen Entscheidungsträgern und Händlern genau beobachtet werden.












