Die Renditen der Staatsanleihen der Eurozone erholten sich am Donnerstag, nachdem Isabel Schnabel, Mitglied der Exekutivkommission der Europäischen Zentralbank (EZB), gewarnt hatte, dass die Kreditkosten möglicherweise weiter steigen müssen, um sicherzustellen, dass die Inflation auf die mittelfristige Zielmarke von 2% der EZB konvergiert.
Die Zinsspanne für das zweijährige Bundesanleihe-Rendite, ein politikbezogenes Benchmark, stieg auf 2,810% von einem Zweiwoche-Tief, während die Benchmark-Rendite für 10-jährige Bundesanleihen auf 3,226% zurückging, nachdem sie kurz unter 3,20% gelegen hatte. Diese Entwicklung folgte auf Schnabels Kommentare in einem Bloomberg-Interview, wonach weitere Erhöhungen zur nachhaltigen Bekämpfung der Inflation erforderlich sein könnten.
Der Hawks-Vola eines harten Tonfalls der EZB stand im Gegensatz zum jüngsten Marktoptimismus, wonach die Kreditkosten ihren Höhepunkt überschritten hätten. Die Inflationsauswirkungen der Eurozone sind weiterhin ein zentrales Thema für die Entscheidungs-macher, da die Preisziele trotz jüngster Zurückhaltung weiterhin hoch sind. Der Anstieg der Renditen der Bundesanleihen spiegelt auch den überblickenden Aufwärtsdruck auf den globalen Finanzmärkten wider, wo die Renditen amerikanischer Staatsanleihen zusammen mit den Energierenditen und der weiterhin bestehenden Besorgnis bezüglich der Haushaltsdefizite stiegen.
In den USA stieg die 10-jährige Rendite der Treasuries auf 4,666%, wobei sie sich von ihrem Zweiwöchentief zurückarbeitete, während die 2-jährige Rendite auf 4,230% und die 30-jährige Rendite auf 5,186% geklettert ist. Der Anstieg der US-Renditen ging dem Vorlesungstext von Federal-Reserve-Präsident Kevin Warsh zum Jackson Hole Symposium voraus, einer Veranstaltung, der genaues Augenmerk gewidmet wird, da sie Signale für die künftige geldpolitische Richtung enthält.
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeigten, dass die inflationsmässigen Ausgaben der US-Bürger im Juli mit den Vorhersagen übereinstimmten und bei 3,3% gegenüber dem Vorjahresmonat lagen, während sich der nominelle PCE-Index leicht verdoppelt hat auf 3,7%. Die Zahlen unterstreichen die Herausforderung für die US-Notenbank, die Inflationskontrolle mit der Wirtschaftswachstum in einer Zeit erhöhter Preise auszugleichen.
Auch die europäischen Empfindenindikatoren zeigten vorsichtige Zeichen der Stabilisierung. Der Konsumvertrauenindex von GfK/NIM in Deutschland stieg im September auf -26,6 Punkte, bleibt aber weiter auf sehr negativen Ebenen. Die Daten deuten darauf hin, dass Haushalte weiter unter dem Druck von höheren Kreditkosten und Lebenshaltungskosten stehen, obwohl sich die Energiemärkte in den letzten Wochen stabilisiert haben.












