Der italienische Energiekonzern Eni sagte, er strebe an, die Entwicklung eines kommerziellen Kernfusionskraftwerks in Europa bis Anfang der 2040er Jahre zu unterstützen und damit den zeitlichen Rahmen gegenüber früheren Schätzungen deutlich zu verkürzen.
Das Unternehmen, das eine Beteiligung an dem in den USA ansässigen Commonwealth Fusion Systems hält, hat sich laut Francesca Ferrazza, der Leiterin der Magnetfusions-Initiativen bei Eni, für den Anfang der 2040er Jahre oder früher bis zur Online-Konfiguration einer Fusionsanlage gesetzt. In einem Gespräch mit der Financial Times bezeichnete Ferrazza die Fusionsenergie als die «nächste Raffinerie» des Unternehmens und signalisierte einen strategischen Wechsel zur Fusion als Kernindustrie.
Enis' Einstieg in die Fusion kommt im Zuge eines Wandels in der technologischen und wirtschaftlichen Ausrichtung des Sektors in den letzten fünf bis sechs Jahren. Neueste Entwicklungen haben zu kürzeren Zeiträumen geführt. Das Unternehmen begründete Anfang 2026 ein Joint Venture mit der britischen Atomenergiebehörde, um spezialisierte Beratungs- und Betriebsdienste für Fusionsstrangtechnologie anzubieten, einschließlich der Rückgewinnung, Reinigung und wiederverwendung von Tritium und Deuterium, das aus Reaktoren stammt.
Das Joint Venture entspricht Enis umfassender Strategie, dem Fusionskraftzyklus zu Rechnung zu stellen, der eine zentrale Komponente des Aufbaus kommerzieller Fusionsenergie ist. Commonwealth Fusion Systems, in dem Eni Investor ist, wird die Errichtung der Anlage leiten.
Der Fusionsektor ist weiterhin sehr konkurrenzfähig, und viele globale Akteure streben eine viable kommerzielle Umsetzung an. Enis Zeitplan spiegelt die wachsende Zuversicht in die kurzfristige Umsetzbarkeit der Technologie wider, obwohl noch erhebliche technische und regulatorische Hürden bestehen, bevor eine großflächige Umsetzung möglich ist.












