Der US-Dollar stärkte sich am 15. September, unterstützt durch steigende Ölpreise und verstärkte erwartungen einer Zinserhöhung durch die Fed. Die Referenzrenditen für 10-jährige US-Staatsanleihen erreichten ihr Ho chste Niveau seit 2007. Das Euro fiel auf ein Monats-Tief, während der Yen von seinem Sieben-Monats-Hoch abfiel, und der Offshore-Yuan hielt sich nahe seines höchsten Kurses in mehr als drei Jahren. Der Offshore-Yuan blieb unverändert bei 6,714 pro Dollar, der Yen schwächte sich dagegen auf 154,94 gegenüber dem Dollar und fiel zeitweise kurzzeitig unter 155. Der sechswährungswert des Dollar stieg um 0,1 % auf 99,61, was eine breitere Dynamik auf dem Devisenmarkt widerspiegelt.
Die Rendite der US-Staatsanleihen steigen am Tag um 7,2 Basispunkte und gelangen auf 5,03 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. Das CME-FedWatch-Tool deutete auf eine Wahrscheinlichkeit von über 94 Prozent einer Zinssatzanhebung am Mittwoch hin, da die Investoren auf stärkere als erwartete US-Arbeitsplatzdaten und einen Anstieg der Verbraucherpreise im August reagierten. Der Euro hingegen fiel um 0,1 Prozent auf 1,153 US-Dollar, während das britische Pfund um 0,1 Prozent auf 1,34 US-Dollar verlor. Der neuseeländische Dollar und der australische Dollar rückten ebenfalls leicht zurück, wobei der australische Dollar um 0,2 Prozent auf 0,712 US-Dollar fiel und kurzzeitig einen Zwölfmonatstief erreichte.
Die Ölpreise kletterten auf fast den viermonatigen Höchststand von 107,7 US-Dollar je Barrel, angetrieben von neu aufgeflammten Angriffen der vom Iran unterstützten Huthis in Jemen gegen Saudi-Arabien sowie von verschobenen Golf-Staaten-Iran-Gesprächen. Die geopolitischen Spannungen trugen zur allgemeinen Marktvolatilität bei, und die Anleger prognostizierten eine strenge Geldpolitik zur Eindämmung der inflativen Anstösse. Die Analysten bemerkten, dass die steigenden Anleiherenditen auf potenzielle Risiken hindeuteten, falls die Fed die Zinsschritte verschiebt, wie von Fed-Chef Powell jüngst in seinen Kommentaren und in der Punktplotdatenanalyse angedeutet wurde.
Im Vereinigten Königreich zeigten die Daten, dass der Arbeitsmarkt weiterhin schwach ist, mit Arbeitskräftemangeln auf einem Vier-Jahres-Tief und einer stabilen Lohnsteigerung, was die Erwartungen auf eine Schonung auf der Donnerstagssitzung der Bank of England verstärkt hat. Jedoch wurden für das Jahresende weitere Zinserhöhungen erwartet, wie aus Daten von LSEG hervorgeht. Währenddessen zeigte Chinas Industrie im August Anzeichen einer Erholung, obwohl die Verbrauchernachfrage weiterhin schwach war, was zu allgemeinem wirtschaftlichen Unsicherheit beigetragen hat.
Francois Pesole, FX-Stratege bei ING, merkte an, dass steigende Zinssätze als Anzeichen für eine Zinserhöhung gelten könnten und dass mögliche Marktvolatilität bei einer zeitlichen Verzögerung der Fed bestehen würde. Paul Eitelman, Chief Investment Strategist bei Russell Investments, unterstrich die Bedeutung der Entscheidung der Fed am Mittwoch und bemerkt, dass Anleger das „Dotplot“ sorgfältig untersuchen werden, um zu beurteilen, ob die Zinssatzanhebung den Beginn eines umfassenderen Verhärtungszyklus auslöst.
Die Zinssatzentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch, gefolgt von den Sitzungen der Bank of England am Donnerstag und der Bank of Japan am Freitag, werden die Erwartungen der weltweiten Geldpolitik prägen und die Wertschätzung von Währungen sowie die Finanzmärkte in den kommenden Wochen beeinflussen.












