Der US-Dollar behauptete sich am Mittwoch nahe einem Jahresgewinn von rund 1.5%, während Strateginnen und Strategen gemäss einer Reuters-Umfrage bis Ende September nur begrenzte Kursbewegungen erwarten. Die Signale der US-Notenbank Fed bleiben weiterhin vage.
Eine zwischen dem 31. August und dem 2. September durchgeführte Umfrage unter 55 Expertinnen und Experten ergab, dass rund 73% entweder keine nennenswerten Veränderungen bei der Dollar-Positionierung oder eine Reduktion der Long-Positionen bis Monatsende prognostizieren. Die Medianwerte für den Euro beliefen sich auf 1.16 Dollar in drei Monaten, 1.17 Dollar in sechs Monaten und 1.18 Dollar in einem Jahr – was auf eine moderate Abwertungstendenz gegenüber dem Dollar hindeutet.
Die jüngste Stärke des Greenback folgte einem kurzen Verkaufsdruck im August, nachdem das US-Finanzministerium ausserplanmässige Käufe langlaufender Staatsanleihen angekündigt hatte. Dies hatte kurzfristig die Renditen und den Dollar belastet. Später unterstützten erneute geopolitische Spannungen – darunter militärische Konflikte zwischen den USA und dem Iran – eine Erholung des Dollars. Die Benchmark-Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen erreichte am 2. September mit rund 4.82% den höchsten Stand seit fast drei Jahren, während die Gesamtverschuldung der USA im August die Marke von 40 Billionen Dollar überschritt.
Die Marktteilnehmenden sind sich uneinig über den weiteren Kurs der Fed-Politik. Gemäss den Zinsfutures werden bis Jahresende zwei weitere Zinserhöhungen eingepreist. Die kürzlichen, als relativ restriktiv eingestuften, aber eher vagen Aussagen von Fed-Präsident Kevin Warsh haben die Unsicherheit verstärkt. Analystinnen und Analysten weisen darauf hin, dass der Mangel an klarer Führung die Händler dazu veranlasst, Annahmen über Warshs geldpolitische Ausrichtung zu treffen. Dies führt zu ständigen Anpassungen zwischen restriktiven und lockeren Interpretationen.
Citi-Ökonom Dan Tobon betonte die Herausforderung bei der Prognose von Dollar-Bewegungen und nannte die Neupreisbildung der Fed-Erwartungen als Haupttreiber. Gleichzeitig warnte er, dass eskalierende geopolitische Risiken die Aussichten schnell verändern könnten. Vincent Reinhart von BNY Investments geht von einer kurzfristigen Abwertungstendenz des Dollars aus, da er erwartet, dass die Fed weniger stark straffen wird als aktuell eingepreist und das Finanzministerium versuchen könnte, die langfristigen Renditen zu drücken.
Erik Nelson von Wells Fargo unterstrich die Volatilität, die aus der Unsicherheit über Warshs geldpolitische Ausrichtung resultiert. Er wies darauf hin, dass die Händler eher auf Projektionen als auf konkrete Signale reagieren. Die Netto-Long-Positionen im Dollar, die von Händlern gehalten werden, sind seit ihrem 11-Jahres-Hoch zurückgegangen – ein Zeichen für eine vorsichtige Haltung angesichts sich wandelnder makroökonomischer und geopolitischer Rahmenbedingungen.












