Vier der fünf von kryptofreundlichen Political Action Committees (PACs) unterstützten Kandidaten gewannen am Dienstag die Vorwahlen oder rückten in die nächste Runde vor. Damit unterstreicht die Branche ihren wachsenden politischen Einfluss vor den US-Midterms 2026.
Die Fairshake-nahen Gruppen Protect Progress und Defend American Jobs investierten rund 3,6 Mio. Dollar in Rennen für das Repräsentantenhaus und den Senat in Alaska, Florida und Wyoming. Protect Progress, das demokratische Kandidaten fördert, gab über 150.000 Dollar für die Wiederwahl der Amtsinhaberin Lois Frankel im 23. Kongresswahlbezirk Floridas aus – sie setzte sich durch. Defend American Jobs, das auf republikanische Bewerber setzte, gab 1,5 Mio. Dollar für Werbung zugunsten von Nick Begich im gesamten Wahlbezirk Alaskas, Sydney Gruters im 16. Kongresswahlbezirk Floridas sowie Harriet Hageman für den US-Senat in Wyoming aus. Gruters und Hageman gewannen ihre Vorwahlen, während Begich in Alaska als Favorit für den Einzug in die nächste Runde gilt.
Im 24. Kongresswahlbezirk Floridas setzte sich der Demokrat Oliver Gilbert mit 34,4 Prozent der Stimmen gegen Shevrin Jones und Kendrick Meek durch – trotz Werbeattacken im Wert von über 2 Mio. Dollar, die von Protect Progress finanziert wurden. Gilbert warf den Anzeigen vor, gefälschte Schlagzeilen der Miami Herald zu enthalten und Teil einer Kampagne von „Trumps Tech-Milliardärsfreunden“ zur Beeinflussung der Vorwahl zu sein. Ein PAC-Sprecher widersprach und betonte, die zugrundeliegenden Fakten der Werbung seien korrekt.
Der Fairshake-PAC, der im Januar über einen Kriegskassenbestand von 193 Mio. Dollar verfügte, hat im laufenden Wahlzyklus 2024 bereits über 130 Mio. Dollar für die Unterstützung oder Ablehnung von Kandidaten im Zusammenhang mit Kryptowährungen eingesetzt. Bis Juni hatte das Komitee für die Midterms 2026 bereits mehr als 82 Mio. Dollar in Rennen eingeplant.
Die Vorwahlergebnisse fallen in eine Phase verstärkter regulatorischer Debatten zu digitalen Vermögenswerten. Der US-Senat, der sich derzeit in der Sommerpause befindet, plant, im September über den „Digital Asset Market Clarity Act“ (CLARITY Act) zu beraten. Der Gesetzentwurf, der im Juli mit breiter parteiübergreifender Mehrheit im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, soll umfassende Regularien für digitale Vermögenswerte schaffen. Demokratische Senatoren fordern darin strengere Ethikvorschriften im Zusammenhang mit den Krypto-Investitionen der Trump-Familie.
Das Ergebnis der Wahlen 2026 könnte die Mehrheitsverhältnisse im Kongress verschieben und damit die Weichen für die künftige Krypto-Gesetzgebung stellen. Sollte der CLARITY Act bis 2027 nicht verabschiedet werden, könnten die dann neu gewählten Abgeordneten eine entscheidende Rolle für dessen Fortschritt oder Blockade spielen.










