Die kolumbianische Zentralbank prognostiziert, dass die Inflation bis Mitte 2028 auf ihr Ziel von 3 % ansteigen wird, wie aus den Projektionen des jüngsten Berichts zur Geldpolitik hervorgeht. Das technische Team der Zentralbank erwartet nun eine jährliche Inflation von 4,3 % Ende 2027, gegenüber einem vorherigen Ansatz von 3,7 %, was auf anhaltende Preisdrücke hinweist.
Ab Juli lag Kolumbiens jährliche Inflation bei 6,03%, eine Entwicklung, die den Zielen der Zentralbank seit 2021 entgeht. Bankenchef Leonardo Villar betonte, dass die Nachfragesteigerung die heimische Produktion deutlich überholt und damit hangenbleibende Preissteigerungen und eine Kompliziertheit der monetären Politik verursacht. Bei einer Bankenkonferenz in Cartagena erläuterte Villar, dass solche Ungleichgewichte die Inflationskontrolle für die Entscheidungsträger besonders schwierig machen.
Der stellvertretende Finanzminister Juan Sebastian Betancur anerkannte die Belastung der öffentlichen Finanzen und betonte, dass die Wiederherstellung der Einhaltung der fiskalischen Regel Kolumbiens in naher Zukunft nicht möglich sei. Die fiskalische Regel, die 2011 eingeführt wurde, um die öffentlichen Ausgaben und die Verschuldung zu begrenzen, wurde aufgrund der verschlechterten fiskalischen Bedingungen im Juni 2025 für drei Jahre ausgesetzt. Betancur unterstrich die bevorstehenden Anstrengungen der Regierung, die Regel über mittelfristig wieder einzuführen, obwohl dies derzeit durch Einschränkungen erschwert ist.












