ZÜRICH, 9. September 2020 (PRNewswire) – ABB hat eine gemeinsame Studie mit der Boston Consulting Group veröffentlicht, die den Titel „The Strategic Case for Hybrid AC/DC Power: Shaping the Transition to the Next Electrical Architecture“ trägt. In diesem Papier wird argumentiert, dass sich die Technologie des Gleichstroms (DC) von Nischenanwendungen zu einer zentralen Rolle in der industriellen, kommerziellen und digitalen Infrastruktur bewegt.
Die Autoren betonen, dass das zukünftige Netz nicht den Wechselstrom (AC) ersetzen wird, sondern AC für die Übertragung und regionale Verteilung sowie Gleichstrom für Anlagen, in denen die Erzeugung, Speicherung und Belastung schon auf Gleichstrom basieren, kombinieren wird. Der rasche Wachstum bei Solar-Photovoltaik, Batteriespeicherung, Elektrofahrzeugen, datenintensiven Rechenzentren mit Unterstützung durch KI und Automatisierungssystemen schafft starke Anreize, Umrüstungen zu reduzieren, die Effizienz zu verbessern und die benutzbare Kapazität der bestehenden Netzanschlüsse zu erhöhen.
Die Berichte betonen, dass KI-Rechenzentren als der unmittelbarste Katalysator hervorgehoben werden müssen. Dem Bericht zufolge entwickelt sich eine 800-Volt-DC-Verteilung zur bevorzugten Architektur für nächste Generationen von KI-Lasten, wodurch Betreiber die Rechenleistung innerhalb der Grenzen der begrenzten Stromversorgung maximieren und den Energieverbrauch senken können.
Über Rechenzentren hinaus identifiziert die Studie Möglichkeiten für DC in Automatisierungsintensiven Produktionsbetrieben, kommerziellen Gebäuden und, längerfristig, in Wohnräumen. Zu den Vorteilen zählen geringere Umstellungskosten, eine reibungslosere Integration der erneuerbaren Energien und der Speicherung bei den Betriebsstätten sowie eine grössere Betriebssicherheit.
Morten Wierod, CEO von ABB, sagte, dass die 25-jährige Geschichte des Unternehmens in der DC-Technik ihn dazu befähigt, den Kunden dabei zu helfen, Umstellungsverluste zu reduzieren, die Stromübertragungseffizienz zu steigern und den Strombedarf zu senken. Er fügte hinzu, dass eine breitere Einführung von gemeinsameren Technologien, harmonisierten Normen und einem qualifizierten Personal für die DC-Implementierung erforderlich ist.
Im Bericht werden auch langjährige Vorurteile über die Wechselstromskala, die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit zerstreut. Als Hauptursache für die geringe Einführung wird ein fragmentierter Standard und die Mangel an DC-spezifischem Fachwissen angeführt. ABB macht auf eigene Errungenschaften Bezug – wie ein auf Wechselstrom basierendes Schiffselektrosystem, das bis zu 27 % Treibstoff einsparte, und die Veröffentlichung des ersten festkörperbasierten Schaltgeräts der Branche im Jahr 2022 – und teilt mit, dass es mehr als 700 DC-bezogene Patente besitzt.
ABB führt nun die Gleichstromverteilung auf den Elektrotransport, Mikronetze und Rechenzentren aus und untersuchst weitere Anwendungsmöglichkeiten in der Niedrig-CO2‑Aluminiumproduktion sowie der Erzeugung von grünem Wasserstoff. Der vollständige Bericht ist auf der Website von ABB verfügbar.
ABB, ein weltweit führender Anbieter von Elektrifizierungs- und Automatisierungstechnologien, beschäftigt rund 110.000 Mitarbeiter und ist an der SIX Swiss Exchange sowie an der Nasdaq Stockholm notiert.













