Am Freitag schwächte sich der japanische Yen gegenüber dem Dollar auf einen Tiefststand von drei Wochen ab, was seine wöchentliche Abwertung weiter vergrößerte und die Spekulationen über mögliche Eingriffe der Behörden anheizte.
Der Yen fiel um 0,3% auf 157,10 Dollar in späten New Yorker Handelszeiten, sein niedrigster Stand seit Anfang April, nach einer fünftägigen Verlustsserie. Die Währung hat nun um etwa 2,5% abgewertet, was ihren schwächsten Wert seit Mitte März darstellt.
Händler zählten die geringe Liquidität vor dem US-Marktholiday am Montag als Faktor, der den Anstieg verstärkte. Allerdings spiegelt die breitere Trendlinie die anhaltenden Bedenken über die Divergenz der japanischen Geldpolitik zur Federal Reserve wider, wo die US-Zinssätze weiterhin hoch sind, während Japan ultra-niedrige Zinsen aufweist.
Japanische Beamte haben wiederholt ihre Bereitschaft betont, gegenüber übermäßigen Währungsveränderungen zu intervenieren, wobei Finanzminister Shunichi Suzuki in dieser Woche betonte, dass die Behörden die Währungsfluktuationen genau beobachten. Die letzte bestätigte Intervention, um den Yen zu stützen, fand im Oktober 2022 statt, als die Währung kurzzeitig anstieg, nachdem die Behörden etwa 60 Milliarden Dollar aufgewendet hatten, um ihre Abwertung zu stoppen.
Marktteilnehmer bewerten eine höhere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Intervention, wobei die Optionsdaten eine gestiegene Nachfrage nach Yen-Call-Optionen für die kommenden Wochen zeigen. Die implizierte Volatilität für kurzfristige Yen-Optionen ist auch gestiegen, was auf erhöhte Erwartungen für Volatilität hinweist.
Analysten bei Goldman Sachs haben festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Intervention zwar gestiegen ist, die Zeit und der Umfang jedoch ungewiss bleiben, da die anhaltende Divergenz der japanischen und US-Politik besteht. Die Bank fügte hinzu, dass jede Intervention wahrscheinlich nur eine vorübergehende Maßnahme wäre, es sei denn, sie würde von einer Änderung der japanischen Geldpolitik begleitet.
Die Abwertung des Yens hat zu steigenden Importkosten in Japan geführt, wo Energie- und Lebensmittelpreise aufgrund von Währungsfluktuationen empfindlich reagieren. Die Bank of Japan hat ihre negativen Zinsen beibehalten, um die Wirtschaft zu unterstützen, aber der schwache Yen hat ihre Bemühungen, die Inflation zu kontrollieren, erschwert.
Investoren werden die US-Inflationszahlen und die Sitzung der Bank of Japan nächste Woche genau beobachten, um weitere Signale über die Währungskursentwicklung zu erhalten.



