Der US-Finanzminister Scott Bessent unterstützte eine gemeinsame Intervention der USA und Japans Anfang Juli, um den Yen zu unterstützen. Dies war die erste derart koordinierte Maßnahme seit der asiatischen Finanzkrise aus dem Jahr 1998. Diese Intervention erfolgt nach einer Periode stetiger Verringerung des Yen, der laut ING rund 20 % unterbewertet ist gegenüber dem US-Dollar.
INGs Behavioral Equilibrium Exchange Rate-Modell hat für das USD/JPY-Paar eine Überbewertung von über 20 % für das gesamte Jahr 2026 festgestellt, was die Notwendigkeit einer Intervention untermauert. Die jüngste Schwäche des Yen war begleitet von einer Abweichung in der Geldpolitik zwischen Japan und den großen Volkswirtschaften. Die Märkte räumen etwa 75% Chance ein, dass die Bank von Japan im September die Leitzinsen erhöhen wird.
Chris Turner, global Abteilungsleiter für Märkte bei ING, bemerkte, dass Bessents Beteiligung – angesichts seines Hintergrunds in Sachen Währungsspekulation – auf einen strategischen Wetteinsatz auf eine Aufwertung des Yen hinweist. Dennoch warnte er, dass anhaltende Gewinne höhere innenwirtschaftliche Renditen, stärkere Wirtschaftswachstum und einen unterstützenden politischen Kurs der BOJ erfordern. Die Wirksamkeit der Intervention könnte von diesen strukturellen Faktoren abhängen, und nicht nur von kurzfristigen Marktinterventionen.
INGs Basisebene projiziert einen USD/JPY-Kurs von 158 am Ende von 2026 und 152 am Ende von 2027, was eine allmähliche, aber nicht vollständige Korrektur der derzeitigen Kursentwicklung bedeutet. Die Prognosen der Bank stehen einem anderen Bild gegenüber als die jüngsten Entwicklungen der Yen, die trotz der Intervention geschwächt wurden und die Herausforderungen bei der Umkehr eingespicker Markttrends unterstreichen.
Die Intervention fußt auf Präzedenzfällen anderer Zentralbanken. Die Riksbank in Schweden hat im Juni 2023 ihre FX-Reserven abgesichert, da sie die Krone als unterbewertet betrachtete, während die Banxico in Mexiko im September 2023 eine Short-Position von 7,5 Mrd. USD/MXN auflehnte, um auf einen überbewerteten Peso hinzuweisen. Diese Maßnahmen unterstreichen die begrenzten, aber gezielten Instrumente, die die Politiken zur Steuerung der Wechselkurse zur Verfügung stehen.
Spekulative strukturelle Maßnahmen wie die Aufnahme japanischer Staatsanleihen in NISA-Konten oder eine Umverteilung des japanischen staatlichen Pensionsinvestitionsfonds in Richtung heimische Vermögenswerte könnten den Yen weiter unterstützen. Solche Schritte können mit der Sitzung der BOJ am 30. Oktober zeitgleich sein, aber sie sind nicht bestätigt und mit erheblichen Implementierungsrisiken verbunden.












