Die Renditen der US-amerikanischen Staatsanleihen sind seit Ende Juni gestiegen, angetrieben von den Befürchtungen der Anleger hinsichtlich der Richtlinien der Federal Reserve und den steigenden Laufzeitzuschlägen für langlaufende Anleihen, so Wolfe Research.
Die 2-Jahresrendite stieg in den letzten Handelstagen um 6 Basispunkte, die 10-Jahres-Rendite um 4 Basispunkte und die 30-Jahres-Rendite um 1 Basispunkt. Wolfe schreibt dies auf die Unsicherheit nach der Berufung eines neuen, noch unprobenen FED-Präsidenten zurück, die sich in höherer Vergütung für langfristige Schulden niederschlägt. Die Bank weist ferner darauf hin, dass die jüngsten Interventionen der amerikanischen Staatsanleihe-Kurse – darunter eine Yen-Käufeinsatz und ein erweitertes Rückkaufprogramm von Anleihen — von den Märkten als potenzieller Unterstützung für Risikovermögen und Zinsrelevante Aktien unterschätzt worden sind.
Wolfe's Analyse unterstreicht den umfassenderen fiskalpolitischen Hintergrund: Die US-Bundesschuld bleibt auf Rekordhoch und die Defizite liegen nahe den Niveaus des Vorjahres, was auf eine nicht nachhaltige Entwicklung hinweist. Die Firma warnt, dass erhöhte langfristige Kreditkosten die Kapitalausgaben großer Technologiefirmen insbesondere in der künstlichen Intelligenz (KI) belasten könnten, die in zunehmendem Maße auf Anleihemärkten für die Finanzierung ihrer Expansionspläne zurückgreifen.
Unternehmen mit hohen Verschuldungsgraden – definiert als netto Verschuldungsgrad im oberen Quintil der Branche oder über 3,5-mal mit 30 % der Schulden, die innerhalb eines Jahres fällig sind – werden als am stärksten gefährdet angesehen. Die von Wolfe aufgeführten historischen Daten zeigen eine starke Performance für Aktien mit hohem Verschuldungsgrad in ihrem ProPicks-KI-Modell, darunter Siemens Energy mit +231,5 % und Sandisk mit +189 %, obwohl das Unternehmen warnt, dass steigende Renditen diese Gewinne verringern könnten.
Diese Woche erwarten die Anleger wichtige Ereignisse, darunter den Gewinnerückblick von Nvidia nach Börsenschluss am Mittwoch sowie die Inflationsdaten für Juli. Der Präsident der Fed, Kevin Warsh, wird am Freitag auf dem Jackson Hole Economic Policy Symposium sprechen, das von der Federal Reserve Bank of Kansas City organisiert wird.













