Volkswagen steht vor einem entscheidenden Moment, als CEO Oliver Blume umfassende Restrukturierungspläne in einer Reihe außergewöhnlicher Betriebsversammlung am Ende der Sommerschließungen für die Mitarbeiter vorstellt.
Blume möchte die Kosten drastisch senken, überschüssige Produktionskapazitäten eliminieren und das Modellangebot verkleinern. Er strebt einen operativen Gewinn von 8 bis 10 Prozent zum Ende des Jahrzehnts an. Die aktuelle Rentabilität liegt bei 3,8 Prozent, was er als solide, aber nicht ausreichend für die nachhaltige Finanzierung künftiger Technologien und Produkte described. Die Gruppe wird als überbesetzt, langsam und überkomplex beschrieben und benötigt ein klares Mandat des Aufsichtsrats, um die Transformation durchzuführen.
Die Pläne stoßen bereits auf Widerstand. Auf einer Sitzung des Aufsichtsrats im Juli warfen Mitarbeitervertreter und die Regierung des Landes Niedersachsen Bedenken gegenüber zentralen Elementen, darunter den möglichen Schließungen mehrerer deutscher Werke. Das Land hat eine Blockierminorität im Rahmen des Corporate Governance Gesetzes von VW, das ebenfalls eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Entscheidungen zur Umverlegung von Werken erfordert. Die Arbeitnehmerführer lehnen die vorgeschlagenen Margenziele als unrealistisch ab und verweigern die geplante Schließung von Werken.
Die Familienaktionäre, angeführt von Porsche SE – deren Beteiligung an VW einen beträchtlichen Teil des bilanziellen Vermögens und Dividendenertrags ausmacht – drängen nach entschiedenen Maßnahmen. Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender der Porsche SE, warnte davor, dass weitere Verzögerungen die Probleme verschärfen würden und betonte, dass geschäftliche und wirtschaftliche Anforderungen Vorrang haben müssen. Der Aufsichtsrat ist weiterhin gespalten, wobei bei seiner nächsten Sitzung in zwei Wochen nach dem Ausscheiden eines Kapitalvertreters eine Gleichstandsstimmung zu erwarten ist.
Ein weiterer Streitpunkt ist der Vorschlag, die Kernmarke Volkswagen in eine eigene börsennotierte Einheit zu spalten, was Gewerkschaften und der Staat als einen Versuch interpretieren, die in den Gesetzen von VW enthaltenen Schutzmaßnahmen für die Unternehmensführung zu umgehen. Beide haben versprochen, solchen Maßnahmen Widerstand zu leisten.
Die Herausforderungen von Volkswagen gehen jedoch über die interne Umstrukturierung hinaus. Das Unternehmen kämpft gegen die US-Zölle, die von Präsident Donald Trump verhängt wurden, das Zusammenbrechen des chinesischen Marktes und den zunehmenden Wettbewerb in Europa, insbesondere von chinesischen Herstellern in Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen. Die Europäische Union hat Zölle auf chinesische Elektroautos eingeführt, und Blume plädierte für ähnliche Maßnahmen für chinesische Plug-in-Hybride. Der CDU-Chef des Bundeslandes Niedersachsen, Sebastian Lechner, sporte ähnliche Ansichten und argumentierte, dass die Untätigkeit die Situation verschlimmern würde.
Analysten warnen, dass Volkswagen, falls es keine Einigung gibt, möglicherweise auf eine außerordentliche Hauptversammlung zurückgreifen wird, um die Mitglieder des Aufsichtsrates persönlich zur Verantwortung zu ziehen – eine höchst ungewöhnliche Eskalation, deren Ausblick weiterhin ungewiss ist. Daniel Schwarz von Metzler bezeichnet dies als eine letztendliche Maßnahme, deren Ausgang alles andere als sicher ist.












