Die UBS AG sagte, die Vorschläge des Wirtschaftsausschusses des Schweizer Parlaments zur Erhöhung der Kapitalregelungen für Banken würden ihre Tier-1-Kapitalanforderungen um weitere 13 Milliarden US-Dollar erhöhen, was vor allem auf strengere Anforderungen für Auslandsgesellschaften zurückzuführen sei.
Die internen Berechnungen der Bank zeigen, dass die neuen Vorschriften eine 50-prozentige Deckung von ausländischen Tochtergesellschaften mit Common Equity Tier 1 (CET1)-Kapital und eine bis zu 50-prozentige Deckung mit Additional Tier 1 (AT1)-Instrumente erforderlich machen. Nach den aktuellen Vorschriften gilt ein Mindestbedarf von 45 Prozent für CET1 und 15 Prozent für AT1, wodurch eine erhebliche zusätzliche Belastung entsteht.
Diese vorgeschlagenen Kosten kommen noch dazu, obwohl die Kapitallohnungen bereits zuvor bekanntgegeben wurden. UBS schätzt, dass sie bereits 2 Milliarden US-Dollar an CET1-Kapital unter den im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichten Änderungen der Bundesverordnungen halten muss. Die Bank verfügt zudem über 15 Milliarden US-Dollar an CET1-Kapital, das im Rahmen von Beschlüssen nach dem Übergang von Credit Suisse vorgeschrieben wurde. In Verbindung mit den Empfehlungen des WAK-S beträgt der Gesamtanstieg des Tier-1-Kapitalebedarfs seit dem Erwerb von Credit Suisse ungefähr 30 Milliarden US-Dollar.
Der Schweizerische Bankenverband kritisierte die Vorschläge als unverhältnismässig und argumentierte, dass internationale Konkurrenten unter weniger strengen Regeln operieren. Bundesrätin Karin Keller-Sutter teilt die Bedenken und erklärte, die Behörden betrachten den Plan als rechtlich unsicher und umsetzbar. Sie führte weiter aus, dass AT1-Anleihen trotz ihrer regulatorischen Behandlung weiterhin Schuldinstrumente sind.
Die UBS unterstrich, dass regulatorische Anpassungen international koordiniert, proportional und auf die Ursachen der Krise bei Credit Suisse ausgerichtet sein sollten. Die Bank forderte ausserdem, dass die AT1-Instrumente stärker an globalen Standards angepasst werden, um die Verlustabsorptionsfähigkeit in Krisensituationen zu verbessern.
Die Schweizer Gesetzgeber können über den Gesetzentwurf bereits im September debattieren, und das Unterhaus wird vermutlich folgen. Die Aktien der UBS stiegen zunächst auf den Kompromissvorschlag hin und erreichten kurzzeitig ein 16-jähriges Hoch von 44,86 Franken, bevor sie ihre Gewinne leicht zurücknahmen auf 43,35 Franken, ein Rückgang von 0,9 % am jeweiligen Tag. Von 36,96 Franken am Jahresende 2024 ist die Aktie noch immer um 18 % gestiegen, hat sich aber vom März-Tief von 28,25 Franken leicht zurückgezogen.













