UBS hat seinen Ausblick für die Ergebnisentwicklung der europäischen Unternehmen verbessert und prognostiziert ein Wachstum von 15% im Jahr 2026 nach drei Jahren stagnierender Ergebnisse. Die Strategen der Schweizer Bank erwarten nun einen anhaltenden Aufwärtstrend der Gewinne und verweisen auf eine beschleunigte Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal. Unter Ausschluss der Energiebranche stiegen die europäischen Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreswert um 11%, der schnellste Zuwachs seit 2022, während die Umsätze um 8% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, das stärkste Plus seit 2022.
Der führende Strategieberater der Bank, Dean Turner, bezeichnete diesen Trend als die frühen Phasen eines nachhaltigeren Gewinnfortschritts. Die UBS hat vier Investitionsmöglichkeiten definiert, die mit dieser Entwicklung in Einklang stehen. Die erste konzentriert sich auf europäische Industrieunternehmen und IT-Firmen, die Investitionsanreize bereitstellen, insbesondere solche, die KI-Infrastruktur, Elektrifizierung und Automatisierung betreffen. Die UBS schätzt, dass etwa 55 % der Marktkapitalisierung des MSCI-Europa-IT-Sektors aus Unternehmen besteht, die Halbleiterausrüstung, Stromsysteme, Kühlung und Komponenten für Rechenzentren anbieten.
Die europäischen Banken werden als eine zweite Gelegenheit hervorgehoben, die von der steigenden Nachfrage nach Krediten und der Aktivität auf den Kapitalmärkten profitieren. Der Wachstum der Konzernkredite der Eurozone beschleunigte sich im Juli 2026 auf 4,4% gegenüber dem Vorjahreswert, während das durchschnittliche Kredit-Geldeinlage-Verhältnis in der Region im ersten Quartal 2026 auf 93% gesunken ist, nachdem es kurz vor der weltweiten Finanzkrise bei über 140% lag. Auch die europäischen Konzerne sind von UBS favorisiert – Unternehmen, die in der Lage sind, von strukturellen Trends wie Industrie 4.0, Automatisierung, Verteidigung, Infrastrukturinvestitionen und Dekarbonisierung zu profitieren.
Die letzte Gelegenheit besteht in den Schweizer Mid-Caps, die von UBS als bevorzugte Route zur Einbindung der Schweizer Erholung betrachtet werden. Die Strategien beziehen sich auf eine Kombination von strukturellen Wachstumschancen, zyklischen Möglichkeiten und angemessenen Bewertungen. Eine Neuausrichtung des SMIM-Mid-Cap-Index ist für den 18. September geplant.
Den Ausblick der UBS unterstützen weiterhin die steigenden Verteidigungskosten. Die Mitglieder der NATO vereinbarten im Juni 2025, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf 5% des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Die Ausgaben der europäischen NATO-Mitglieder und Kanadas stiegen 2025 um 19% und werden voraussichtlich 2026 um weitere 11% steigen, so dass sie auf 634 Milliarden Dollar kommen. Die Bank erwartet, dass dieser Trend die Nachfrage nach investitionen in die Verteidigung weiter anheizen wird.













