Die UBS senkte am Dienstag die Einstufung für Essity von "Kaufen" auf "Verkaufen" und wies auf schwächer als erwartet wachsende Aussichten, erneute Rohstoffinflation sowie Ausführungsrisiken aufgrund eines eventuellen Verkaufs des Consumer Tissue-Geschäfts hin.
Die Bank senkte ihr Kursziel von 280 Schwedischen Kronen auf 235 Kronen, was einen Abschlag von 14% gegenüber Essitys Schlusskurs von 274,90 Kronen am Montag bedeutet. Zudem erwartet UBS, dass die Aktie im Vergleich zu einem derzeitigen Abschlag von 15% mit einem Abschlag von 35% auf den europäischen Consumer Staples-Index (ausgenommen Tabak) notieren wird, was ein langfristiges Gewinnmultiplikator von 11,0x für 2027 impliziert.
Die Analysten schätzen das organische Umsatzwachstum von Essity für 2027 auf 2,6%, was unter dem Konsensschätzung von 3,2% und dem mittelfristigen Ziel des Unternehmens von über 3% liegt. Nur drei Geschäftszweige – Inco Retail, Fem Care und Med Solutions – mit einem Umsatzanteil von 27% werden mit einer Wachstumsrate in Übereinstimmung mit den Ambitionen von Essity erwartet.
Nach Ansicht der UBS wird die Rohstoffinflation ab dem dritten Quartal 2026 wieder als Gegenwind auftreten. Der eigene Tracker der Bank prognostiziert eine Negativ-Produktionskraft von 11 Prozentpunkten auf die EBITA-Wachstumszahlen des zweiten Halbjahres, während die Bruttomargen von Essity im unteren Quartil der Branchenkollegen liegen.
Die UBS prognostiziert, dass die EBITA-Margen im zweiten Halbjahr um 230 Basispunkte fallen, was über die Konsensschätzungen für einen Rückgang um 160 Basispunkte liegt. Für 2027 erwartet die Bank eine Margensteigerung von lediglich 30 Basispunkten, gegen eine Konsensschätzung von 60 Basispunkten, unter der Annahme, dass die Rohstoffpreise stabilisieren. Die UBS liegt 2 % unter dem Konsens für das EBITA im Jahr 2026 und 4 % unter den Gewinne pro Aktie, wobei die Schätzungen für 2027 ebenfalls um 5 % unter dem Konsens liegen.
Die Risiken einer Veräusserung im Segment Consumer Tissue vergrössern die Unsicherheit weiter. Während die Führung von Essity eine Veräusserung des Segments vorzieht, warnt die UBS vor operativer Komplexität, festsitzenden Kosten und Dissynergien aufgrund der Überschneidungen mit den Segmenten Personal Care und Professional Hygiene. Die Bank schätzt, dass eine vollständige Veräusserung festsitzende Kosten in Höhe von 3,5 bis 6,5 Milliarden Kronen generieren könnte, wobei die vollen Vorteile erst bis 2030 materialisieren werden.
UBS senkte zudem seine Gewinnprognosen für den Zeitraum 2026 bis 2028 um circa 6 %.













