Die globalen Anleihenmärkte überschrieben in der zweiten Woche die Verluste, denn die Rückkaufprogramme der US-Treuhandschuldpapiere, die gestützt auf die Erwartung von stabileren Renditen durchgesetzt wurden, erwiesen sich als ungenügend, um die immer dringender werdenden fiskalischen und monetären Sorgen zu mildern. Die Rendite der 30-jährigen US-Treasuries stieg auf 5,247%, in der Nähe des 19-jährigen Höchststands von 5,337%, der Anfang der Woche erreicht worden war, während die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries bei 4,696% und die der 2-jährigen bei 4,185% blieb. Die Rendite der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 3,254%, den höchsten Stand seit Mai 2011, was den breiteren Aufwärtsdruck auf Schulden von hochentwickelten Märkten unterstreicht.
Das Rückkaufprogramm des US-Finanzministeriums in Höhe von 4 Milliarden USD pro Emission, das vom 9. September bis zum 4. November läuft, wurde von Finanzminister Scott Bessent als Instrument zur Anpassung der Zinserträge an die Fundamentaldaten aufgefasst. In einem Interview mit CNBC warf Bessent vor, dass der Umfang des Programms möglicherweise über die derzeitigen Grenzen hinausgehen könnte. Analysten warnten jedoch, dass solche Maßnahmen nur eine vorübergehende Erleichterung bieten. Der UBS-Stratege Frederick Mellors ergänzte, dass Interventionen zwar die Volatilität reduzieren und die Kurvenesung beschränken können, sie aber selten strukturelle Ursachen für höhere Terminkostentreiber einholen, insbesondere wenn fiskalische Defizite und Inflationsdruck bestehen bleiben.
Die Maßnahme des Finanzministeriums erfolgt, da der US-Staatsschuldenstand offiziell den Wert von 40 Billionen US-Dollar übertraf, was die Unruhe der Investoren über die Nachfrage-Dynamiken weiter verstärkt. Die hohe Erstausgabe von Schulden, die Verdrängung von Unternehmen durch die Kreditfinanzierung der KI-Infrastruktur von Big Tech und der verminderte Tankerverkehr durch den Hormus-Kanal – mit der eskalierenden Drohung, amerikanische Sanktionen gegen Teheran einzuführen – haben das sentiment in Bezug auf festverzinsliche Wertpapiere weiter verschlechtert. Die Brent-Rohöl-Futures notierten nahe 93 US-Dollar pro Barrel und trugen zur Inflationssorgen bei, die die politischen Entscheidungen der Zentralbanken erschweren.
Auch die europäische Rendite widerspiegelt diese Anspannung. Die Zinsen für die 10-Jahres-OAT der Franfenz lagen bei knapp 4,10 %, und die Zinsen für 2-Jahres-Schätze in Deutschland bei 2,841 %. Das 2%-ige Inflationsziel der EZB bleibt weiterhin eine fernliegende Perspektive und verstärkt die Erwartungen von einer verlängerten Geldpolitik. Analysten der UBS, einschließlich des Global Wealth Management-CIO Mark Haefele, betonen, dass Interventionen auf dem Anleihemarkt historisch nur einen begrenzten kurzfristigen Linderungseffekt hatten, wenn die zugrunde liegenden fiskalischen und inflationsmäßigen Grundlagen ungünstig bleiben.













