Eine öffentliche Debatte zwischen US-Finanzminister Scott Bessent und dem Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat sich über den Steuerungsort für die Festsetzung des Geldpreises verschärft, wobei beide Beamte auf dem Höhepunkt eines prestigereichen Forums gegensätzliche Positionen einnahmen.
Bessent, der unkonventionelle Maßnahmen zur Unterstützung der Marktfunktionen eingeführt hat, sagte, dass das US-Finanzministerium seine Rückkäufe länger laufender Schuldverschreibungen mindestens verdoppeln würde. Diese Bewegung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Renditen für 30-jährige US-Schuldverschreibungen auf ein 19-jähriges Hoch kletterten, angetrieben durch den starken Wirtschaftswachstum, die absehbare Inflation und das starke Angebot an Anleihen, darunter Kredite von Unternehmen, die sich mit KI befassen. Analysten von FHN Financial und ING bemerkten, dass die aktuellen Marktbedingungen eher auf fundamentale als auf dysfunktionale Umstände hinweisen, da die Renditen für 10-jährige Treasuries die 5%-Marke näherten und Anleger zur Vorsicht rufen.
Warsh bemerkte in einem geplanten Vortrag auf dem jährlichen Symposium der Federal Reserve in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming, dass die Zentralbank ihren kommunikationsintensiven Ansatz zurückziehen und die Märkte mehr Unabhängigkeit bei der Festsetzung der Renditen ermöglichen sollte. Seine Haltung steht im Gegensatz zur interventionistischen Strategie von Bessent, die von führenden Persönlichkeiten wie dem milliardenschweren Investor Stanley Druckenmiller kritisiert wurde. Druckenmiller beschrieb das Haushaltsplan als "Preissteuerung" statt als Liquiditätssteuerung und warnte vor möglichem Schaden an der Glaubwürdigkeit des Haushaltsamts.
Die Marktstrategen gaben gemischte Einschätzungen zur Erweiterung des Kaufprogramms des Treasurys ab. Padhraic Garvey von ING beschrieb die Strategie als potenziellen "Bazooka", der vergrößert werden könnte, um die Bedrohung zu verstärken, während Molly Brooks von TD Securities vermutete, dass das Treasury als nächstes die Größen der Long-End-Auktionen reduzieren könnte. Will Compernolle von FHN Financial argumentierte, dass die aktuellen Treasury-Zinsen keine überverkauften Bedingungen anzeigen, und betonte, dass die Grundlagen – nicht die Funktionsschwäche des Marktes – den Anstieg verursachen.
Die Debatte nimmt in einem Umfeld von wachsenden fiskalischen Sorgen statt. Stanford-Ökonomieprofessor Hanno Lustig heuerte in einem aktuellen Bericht des Aspen Institute auf eine disconnect zwischen der Wahrnehmung von Treasuries als risikofreie Anlagen durch die Politikverantwortlichen und dem Marktverhalten, das diese zunehmend als riskant betrachtet. Ein weiteres Merkmal ist, dass Analysten feststellten, dass der Schuldenabbau wahrscheinlich mit schwierigen fiskalischen Entscheidungen verbunden sein wird, darunter höhere Steuern oder geringere Ausgaben, um den Druck auf die langfristigen Zinsen zu verringern.
Der Konflikt unterstreicht eine allgemeinere Frage über das Gleichgewicht zwischen staatlichem Eingriff und marktgesteuerter Preisbildung in der Geldpolitik, was Konsequenzen für die Kreditkosten, die Inflationserwartungen und die Finanzstabilität hat.












